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Rezension : Hinter den Kulissen der Vereinten Nationen

  • -Aktualisiert am

Fujimori hatte ein Programm zur Geburtenkontrolle durchführen lassen, bei dem 272 000 Frauen und 22 000 Männer sterilisiert wurden. Bild: dpa

Eine Historische Analyse der jahrzehntelangen Bemühungen um Geburtenkontrolle.

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          Die Thematik war heikel, die eigene Vergangenheit düster und der Diskurs geradezu hysterisch. Angesichts steigender Bevölkerungszahlen in Asien, Afrika und Lateinamerika malten sich in der Nachkriegszeit westliche Wissenschaftler und Aktivisten unterschiedlicher Disziplinen, darunter Demographen und Ökonomen, aber auch Eugeniker und Zoologen, Szenarien der Überbevölkerung aus.

          In der „Geburtenkontrollbewegung“ vermischten sich vermeintliche Sicherheitsbedenken mit humanitären Fragen, liberalen Idealen von Fortschritt und Entwicklung, aber auch sexualreformerischen Ideen. Dabei waren sich die Verfechter im Klaren darüber, dass bevölkerungspolitische Interventionen des Westens in ihren Zielländern auf Widerstand stoßen würden. Dass die Vereinten Nationen 1968 das Menschenrecht auf Familienplanung etablierten, kann deshalb als PR-Coup der Bewegung bezeichnet werden. In dem vorliegenden Buch führt der Historiker Roman Birke allerdings aus, dass dieser Erfolg für die Verfechter einer Geburtenreduktion nur ein kurzfristiger Etappensieg war. Er zeichnet nach, wie die Bedeutung des Rechts und seine Implementierung umkämpft blieben.

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