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„Nehmen Sie die Pläne zurück“ : Republikanische Kongressmitglieder gegen Trumps Truppenabzug

  • Aktualisiert am

Eine amerikanische Militärmaschine startet von der Luftwaffenbasis Ramstein. Bild: dpa

In einem Brief fordern 22 Kongressmitglieder den amerikanischen Präsidenten dazu auf, die Soldaten in Deutschland zu lassen. Darunter namhafte Unterstützer Trumps.

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          Die mutmaßlichen Pläne des amerikanischen Präsidenten, Soldaten aus Deutschland abzuziehen, haben am Dienstag zahlreiche republikanische Mitglieder des Kongresses auf den Plan gerufen. Unter ihnen namhafte Anhänger Donald Trumps. In einem Brief an den Präsidenten, über den der „Spiegel“ berichtet, fordern die Politiker von ihm, die Weisung zurückzunehmen.

          „Wir glauben, dass solche Schritte die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten deutlich schädigen und unsere Position gegenüber Russland schwächen würden“, heißt es in dem Schreiben der Mitglieder des Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus. Die neue Truppenobergrenze würde Militärmanöver unmöglich machen, die für die Bereitschaft der amerikanischen Truppen in Europa und ihrer Verbündeten benötigt würden. Zudem begrenze sie signifikant die Zahl von Soldaten, die über Deutschland zu Stützpunkten in der ganzen Welt gelangten.

          Die Bundesrepublik gilt als die wichtigste Drehscheibe der amerikanischen Streitkräfte außerhalb der Vereinigten Staaten. Die zuständigen Oberkommandos für Europa und Afrika befinden sich hier, ebenso das wichtigste Militärkrankenhaus und die Luftwaffenbasis – allesamt im Südwesten Deutschlands.

          Dem Bericht des „Wall Street Journals“ zufolge, der am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde, soll Trumps Nationaler Sicherheitsberater O‘Brien angeordnet haben, die Zahl der in Deutschland stationierten Soldaten binnen drei Monaten von rund 35.000 um 9500 Soldaten zu senken. Die Obergrenze der maximal in Deutschland zugelassenen amerikanischen Truppen soll laut dem Bericht von 52.000 auf 25.000 Soldaten reduziert werden.

          Bundestagsabgeordnete und ehemals in Deutschland stationierte amerikanische Generäle hatten die Order am Wochenende kritisiert.

          Eine Bestätigung des Abzugs steht bis heute aus. Trumps Sprecherin sagte zuletzt, es gebe mit Blick auf die in Deutschland stationierten Truppen keine Ankündigung seitens des Weißen Hauses zu machen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtete, soll das Pentagon von dem Schritt überrascht worden sein, ebenso wie die in Deutschland stationierten amerikanischen Truppen.

          Auch die Bundesregierung und die Nato wurden bislang weder konsultiert noch über die mutmaßlichen Pläne informiert.

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