https://www.faz.net/-gpf-2eib

Rentenreform : Ifo-Institut wirft Regierung Zweckoptmismus vor

  • Aktualisiert am

Die Bundesregierung geht bei den Rentenbeiträgen nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts von zu optimistischen Annahmen aus.

          1 Min.

          Die Bundesregierung geht bei den Rentenbeiträgen nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts von zu optimistischen Annahmen aus. Sie erwecke den Anschein, als steige der Beitragssatz bis zum Jahr 2030 auf nur 22 Prozent, schrieb Institutschef Hans-Werner Sinn im jüngsten "Ifo-Schnelldienst".

          Nach Berechnungen der Wirtschaftsforscher steige der Beitrag aber auf 23 Prozent und im Jahr 2035 auf 24 Prozent. Zusammen mit der privaten Altersvorsorge ergebe sich eine Gesamtbelastung von 28 Prozent. "Das ist der Wert, der auch ohne die Reform zustande gekommen wäre und den man eigentlich hatte vermeiden wollen", kritisierte Sinn und schlug vor, früher mit einer hohen Sparquote zu starten und stärkere Rentenkürzungen zu akzeptieren.

          Arbeitsminister Walter Riester gibt sich optimistisch. Seiner Ansicht nach braucht vom Jahr 2003 an nicht einmal die umstrittene Ökosteuer zur Finanzierung der geplanten Rentenreform herangezogen werden. "In der Rentenversicherung besteht keine Gefahr, dass die Beiträge nicht stabil bleiben", sagte der SPD-Politiker in einem Zeitungsinterview, "und zwar unabhängig von der Ökosteuer."

          Die Ifo-Forscher drängten die Rentenreformer zur Eile, weil in Deutschland schon ab dem Jahr 2023 eine Gerontokratie herrsche, "in der die Alten über die Jungen das Sagen haben". Nur die Furcht vor einer Auswanderung der Jungen werde die Mehrheit der Alten dann von einer Ausbeutung der Jungen abhalten. Mit jedem Jahr, das ungenutzt verstreiche, schrumpfe die strategische Mehrheit der Reformer. Der Reformvorschlag der Regierung sei eine gute Basis für einen Kompromiss mit der Opposition. Er schone die Generation, die vergleichsweise viele Kinder großgezogen habe, und differenziere stärker nach der individuellen Kinderzahl.

          Topmeldungen

          Klimapaket : Weg frei für billigere Bahntickets

          CO2-Preis und Pendlerpauschale sollen steigen. Dafür werden Bahnfahrten günstiger. Die Bundesregierung und die Bundesländer haben sich jetzt doch weitgehend auf einen Kompromiss beim Klimapaket verständigt.
          Widerstand gegen das Staatsbürgerschaftsgesetz: Ein Bus brennt auf einer Straße in Neu-Delhi.

          Proteste gegen neues Gesetz : Unruhen in Indien weiten sich aus

          In Brand gesteckte Fahrzeuge, ein von der Polizei gestürmter Campus, Dutzende Verletzte: Der Widerstand gegen das Staatsbürgergesetz wächst. Haben sich Ministerpräsident Narendra Modi und sein Innenminister Amit Shah verkalkuliert?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.