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Relikt mit Geschichte : Neue Bleibe für die „Landshut“ gesucht

Am 13. Oktober 1977 wurde die „Landshut“ auf einem Flug zwischen Frankfurt und Mallorca entführt. Bild: EPA

Die 1977 befreite „Landshut“ als Mutmacher: Das Flugzeugwrack soll einen neuen Blick auf die Geschichte des Linksterrorismus bieten. Doch wohin mit ihr?

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          Seit gut einem Jahr steht das Wrack der Landshut in einem Hangar am Bodensee-Flughafen. Da rotten viele Tonnen bundesrepublikanische Geschichte und viel Aluminium vor sich hin: das alte Cockpit, Sitze, Triebwerke. Es war eine der letzten Aktionen des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel von der SPD, das auf einem brasilianischen Flugzeugfriedhof schon fast beerdigte Flugzeug nach Deutschland zurückzuholen. Wenige Tage vor dem 40. Jahrestag der Entführung der Maschine durch ein palästinensisches Terrorkommando, das die in Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen freipressen wollte, landete eine riesige Antonov mit der musealen Fracht am Bodensee.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Viele Jahre hatte sich der Publizist Martin Rupps dafür eingesetzt, dann hatte Gabriel die Idee aufgegriffen. Auch, weil damals Sozialdemokraten die Rettung der Geiseln zu verantworten hatten: Bundeskanzler Helmut Schmidt und dessen Sonderbeauftragter Hans-Jürgen Wischnewski. Gabriel nannte das Flugzeug einen „Mutmacher“; seine Befreiung auf dem Flugfeld von Mogadischu stehe für eine freie Gesellschaft, die sich von Angst und Terror nicht unterkriegen lasse. Nur: Was soll der „Mutmacher“ in einem Technikmuseum im äußersten Süden der Republik?

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