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Religionsfreiheit : Zeuge Jehovas verurteilt

Die russische Flagge Bild: dpa

Die Zeugen Jehovas stehen in Russland nicht unter dem Schutz der freien Religionsausübung. Wiederholt wurde ein Anhänger zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

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          In Russland ist abermals ein Anhänger der Religionsgemeinschaft Zeugen Jehovas zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sergej Klimow soll laut dem Urteil eines Gerichts in der sibirischen Stadt Tomsk als „Organisator“ einer „extremistischen Vereinigung“ sechs Jahre in Haft. Klimow hatte zurückgewiesen, die örtliche Vereinigung geleitet zu haben und sich auf die in der Verfassung garantierte Religionsfreiheit berufen. Die Zeugen Jehovas, die seit langem verfolgt werden, sind seit 2017 als „extremistische Vereinigung“ verboten und werden verfolgt wie Terroristen.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Ihre Gemeinden werden aufgelöst, Mitgliedern drohen zwei bis sechs, Organisatoren sechs bis zehn Jahre Haft. Den Machthabern ist suspekt, dass die Zentrale der Zeugen Jehovas in Amerika liegt und sich die Gemeinschaft nicht politisch vereinnahmen lässt. Zudem bekämpft die Russische Orthodoxe Kirche, die faktisch Staatskirche ist, die missionierenden Zeugen Jehovas als ketzerische Sekte. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte schon 2010 für die Zeugen Jehovas in Russland geurteilt und ihr Recht auf freie Religionsausübung bestätigt. Präsident Wladimir Putin hat im vergangenen Dezember das Verbot als „völligen Quatsch“ bezeichnet. Die Verfolgung hat sich seither aber noch ausgeweitet.

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