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Religionsfreiheit : Bedrohte Gläubige

Die Spitze des Minarett der Yavus Sultan Selim Moschee (l) mit dem Halbmond und das Kreuz auf der Kirchturmspitze der Liebfrauenkirche (r) Bild: dpa

Das Recht auf Religionsfreiheit ist in vielen Übereinkommen verankert. Doch ist es in vielen Ländern bedroht. Ein Bericht zur Religionsfreiheit.

          2 Min.

          Die Religionsfreiheit wird auf der ganzen Welt immer öfter bedroht. Angehörige religiöser Minderheiten sind in muslimischen Ländern schweren Repressionen ausgesetzt, aber auch in westlich-demokratischen Ländern wachsen Hass und Aggressivität gegen Angehörige von Minderheitenreligionen. Zu diesem Ergebnis kommt der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel. Der CDU-Politiker hat am Mittwoch in Berlin seinen Bericht vorgelegt, es ist der zweite dieser Art. Das Amt eines Beauftragten wurde 2018 von der großen Koalition eingerichtet.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist sowohl in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen als auch in weiteren internationalen Übereinkommen verankert. Religions- und Weltanschauungsfreiheit stehen, so Grübel, in einem unauflöslichen Zusammenhang mit anderen Menschenrechten. „Drei von vier Menschen leben in einem Land, das ihre Religions- oder Weltanschauungsfreiheit einschränkt“, sagte er. Verletzungen der Menschenrechte sind allerdings im politischen Alltag vieler Länder oftmals auch Verletzungen der Religionsfreiheit. Ausweislich des Berichts wurden 2017 von insgesamt 52 Regierungen einer oder mehreren Religionsgemeinschaften Einschränkungen auferlegt. Die Zahl der Länder, in denen Menschen Feindseligkeiten im Zusammenhang mit Religion erlebten, sei von 2007 bis 2017 von 39 auf 56 Länder gestiegen. Der Bericht des Beauftragten nimmt Deutschland nicht aus. Das sei eine Frage der Glaubwürdigkeit, so Grübel. Zwar sei die Religions- und Weltanschauungsfreiheit grundgesetzlich verankert und garantiert, in der Praxis seien jedoch „Herausforderungen“ zu beobachten.

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