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Spionage-Affäre : Minister nutzen mehr Einweg-Telefone

  • Aktualisiert am

Frank-Walter Steinmeier 2013 in den Vereinigten Staaten mit seinem Mobilltelefon. Bild: dpa

Die Affäre um NSA-Ausspähungen scheint Wirkung zu zeigen: Regierungsmitglieder sollen laut Medienberichten verstärkt auf Einweg-Mobiltelefone setzen. Nur zwei SPD-Minister zeigen sich uneinsichtig.

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          Regierungsmitglieder und hohe Beamte nutzen bei offiziellen Auslandsreisen aus Furcht vor einer Ausspähung laut Nachrichtenmagazin „Spiegel“ immer öfter Einweg-Mobiltelefone. Diese würden nach der Rückkehr nach Deutschland vernichtet. Nicht nur bei Reisen nach China und Russland, sondern auch in verbündete Staaten wie Großbritannien und die Vereinigten Staaten kämen die Geräte inzwischen vermehrt zum Einsatz.

          Nach dem Bericht des Nachrichtenmagazins hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Bundesminister, Staatssekretäre und andere ranghohe Regierungsbeamte schon vor etwa zehn Jahren davor gewarnt, ihre eigenen Mobiltelefone mit auf Reisen zu nehmen. Da diese vor vertraulichen Gesprächen oft abgegeben werden müssten, bestehe die Gefahr einer Manipulation, etwa durch das heimliche Aufspielen einer Spionagesoftware.

          Es sei ratsam, so das BSI in einem Merkblatt, ein unbenutztes Mobiltelefon mitzunehmen und darauf nur die nötigsten Daten zu übertragen. Die Mahnung war dem Bericht zufolge offenbar vielfach in den Wind geschlagen worden. Die jüngsten Enthüllungen im NSA-Skandal hätten aber zu einem Umdenken geführt. „Es gibt deutliche Signale, dass man sensibler geworden ist“, zitiert der „Spiegel“ Sicherheitskreise.

          Dies gilt aber nicht für alle Regierungsmitglieder. So seien Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) zuletzt mit ihren eigenen Mobiltelefonen nach Kuba und China geflogen, schreibt das Magazin.

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