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Vor Referendum : Unabhängiges Schottland darf Pfund nicht behalten

  • Aktualisiert am

Zeichen der Verbundenheit: Die schottische Fahne auf dem Cunard-Gebäude in Liverpool. Bild: AFP

Sollte Schottland für die Unabhängigkeit stimmen, kann es das Pfund nach Einschätzung der britischen Notenbank nicht behalten. Eine Währungsunion sei mit einer Souveranität Schottlands „nicht vereinbar“.

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          Nach einer Einschätzung des Chefs der britischen Notenbank, Mark Carney, kann Schottland im Fall einer Loslösung von Großbritannien das Pfund nicht als Währung behalten. Auf einer Gewerkschaftskonferenz in Liverpool sagte er am Dienstag, eine Währungsunion sei mit einer Souveranität Schottlands „nicht vereinbar“. Die schottischen Nationalisten hatten erklärt, am Pfund festhalten zu wollen.

          Carney verwies darauf, dass alle drei Parteien im britischen Parlament gegen eine Währungsunion seien. Für eine erfolgreiche Währungsunion brauche es drei Komponenten, so Carney weiter: den freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen, eine Bankenunion, untermauert durch gemeinsame Institutionen, wie eine Zentralbank sowie Elemente gemeinsamer fiskalischer Vereinbarungen. Man müsse nur auf die Eurozone blicken um zu sehen, was passiere, wenn diese Bedingungen nicht erfüllt seien.

          Der britische Notenbankchef Mark Carney
          Der britische Notenbankchef Mark Carney : Bild: AFP

          Im Januar hatte Carney in einer Rede noch gesagt, man müsse sich genau überlegen, ob Schottland das Pfund im Falle der Unabhängigkeit behalten könne. Das sei eine Aufgabe der jeweiligen Parlamente. Die Währungsfrage beschäftigt die öffentliche Debatte, seit Schatzkanzler George Osborne im Sommer sagte, ein unabhängiges Schottland könne das Pfund nicht behalten.

          Die Furcht vor einem „Ja“ der Schotten zur Unabhängigkeit hat unterdessen Premierminister David Cameron dazu veranlasst, in einer gemeinsamen Erklärung mit den Parteichefs von Labour und den Liberal-Demokraten, Ed Miliband und Nick Clegg, eine Reise nach Schottland anzukündigen. Man sei bei vielen Dingen verschiedener Meinung, hieß es in der Erklärung. „Aber an eine Sache glauben wir leidenschaftlich: Es ist besser, wenn das Vereinigte Königreich zusammenbleibt.“

          Miliband rief die Menschen in ganz Großbritannien zudem auf, ihre Verbundenheit mit Schottland zu zeigen und die schottische Fahne - ein weißes Andreaskreuz auf blauem Grund - zu hissen. In einer Erklärung hieß es, die Städte und Dörfer im Vereinigten Königreich sollten so eine Botschaft in den Norden senden: „Bleibt bei uns.“

          Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage von TNS zufolge liegen Befürworter und Gegner einer Unabhängigkeit inzwischen Kopf an Kopf. Am Wochenende lagen in einer Umfrage die Befürworter eines unabhängigen Schottlands erstmals vorn. Die Regierung hat betont, dass sie weiter auf ein geeintes Königreich setzt und keine Vorbereitungen für eine schottische Unabhängigkeit trifft. Die Finanzaufsicht FCA dagegen hält nach eigenen Angaben einen Plan B bereit. „Wir haben dafür grundsätzlich Vorkehrungen getroffen“, sagte FCA-Chef John Griffith-Jones vor einem Parlamentsausschuss.

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