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Schottland-Referendum : Tausende Erzkonservative demonstrieren gegen Unabhängigkeit

  • Aktualisiert am

„Proud to be Britisch“: Ein Mitglied des Oranier-Ordens demonstriert in Edinburgh für den Verbleib im Vereinigten Königreich Bild: AFP

Mehrere Tausend Mitglieder des radikal-protestantischen Oranier-Ordens haben in Edinburgh für den Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich demonstriert. Die offizielle „Better Together“-Kampagne blieb der Veranstaltung fern. Der Ausgang des Referendums bleibt weiter offen.

          Wenige Tage vor dem Unabhängigkeitsreferendum Schottlands sind am Samstag in Edinburgh rund 12.000 Menschen für den Verbleib im Vereinigten Königreich auf die Straße gegangen. In einem emotionalen Appell riefen die Demonstranten die Wähler dazu auf, am Donnerstag gegen eine Abspaltung von Großbritannien zu stimmen. Organisiert wurde der Aufmarsch unter dem Motto „Proud to be Britisch“ von protestantischen Unionisten, denen sich auch Vertreter des erzkonservativen Oranier-Ordens aus Nordirland anschlossen. Damit bekam die Demonstration eine größere politische Dimension. Der
          Ruf des Ordens ist belastet, weil seine Mitglieder alljährlich in Nordirland mit den berüchtigten Oranier-Märschen für Provokationen sorgen.

          In Edinburgh hatte die Demonstration mit Spielmannszügen aber eher den Charakter eines Volksfestes, bei dem die Oranier in traditioneller Kleidung und mit ihren orangen Schärpen durch die Straßen zogen. Dennoch hatte sich die offizielle Kampagne schottischer Politiker zum Verbleib im Königreich - „Better Together“ - schon im Vorfeld von der Demonstration distanziert. Sie fürchtete wegen des politischen Hintergrunds der Oranier einen Rückschlag für ihr Vorhaben.

          Trotzdem trugen viele der Zuschauer in Edinburgh den Slogan „No Thanks“ zur Schau, mit dem „Better Together“ für ein Nein bei der Volksabstimmung über eine Abspaltung Schottlands wirbt. Dies geschah zuletzt offenbar mit wachsendem Erfolg, denn jüngsten Umfragen zufolge bauten die Unabhängigkeitsgegner ihren Vorsprung aus: Einer von „Better Together“ in Auftrag gegebenen Befragung zufolge sind inzwischen 54 Prozent der Schotten für einen Verbleib, 46 Prozent für eine Abspaltung. Dabei wurden die noch Unentschlossenen allerdings nicht berücksichtigt.

          Andere Umfragen sehen dagegen ein knapperes Rennen voraus. Die englische Zeitung „The Guardian“ von berichtet von einer eignen Umfrage mit 51 Prozent für die Unionisten und 49 Prozent für die Nationalisten. Damit ist die No-Kampagne zwar in fast allen Umfragen vorn. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass der Vorsprung nur innerhalb der statistischen Fehlermarge liegt, der Ausgang des Referendums also weiterhin offen ist.

          Blair gegen Unabhängigkeit

          Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair sagte, er hoffe auf ein Votum gegen die Unabhängigkeit. Eine Abspaltung wäre unvernünftig, betonte der gebürtige Schotte. Er hatte sich in der Diskussion bisher weitgehend zurückgehalten.

          Fünf Tage vor dem Referendum wird der Kampf um die Wählergunst immer schärfer geführt. Nachdem mehrere Unternehmen vor einer Abspaltung gewarnt hatten, drohte ein Vertreter der schottischen Nationalisten dem Ölkonzern BP mit Verstaatlichung. Nach einem Ja-Votum für die Unabhängigkeit würden die Nationalisten mit dem Ölkonzern und den Banken „abrechnen“, sagte der ehemalige Vize-Chef der Nationalistischen Partei Jim Sillars der BBC zufolge. Später ergänzte er jedoch, dass eine Verstaatlichung nicht zur Debatte stehe und er den Begriff nur gewählt habe, um die Aufmerksamkeit der Medien zu bekommen. Führende britische Banken wie Lloyds und Royal Bank of Scotland hatten gedroht, Schottland nach einer Abspaltung den Rücken zu kehren.

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