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Referendum in Schottland : Befürworter der Abspaltung liegen weiter knapp zurück

  • Aktualisiert am

Befürworter der Unabhängigkeit Schottlands Bild: AFP

Schottland stimmt am heutigen Donnerstag über seine Unabhängigkeit ab. Die in der Nacht veröffentlichten Umfragen sehen die Befürworter einer Abspaltung knapp hinten , doch die Zahl der Unentschlossenen ist weiter hoch. Beide Lager kämpften bis spät in den Abend.

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          Schottland entscheidet am Donnerstag in einem historischen Votum über seine Unabhängigkeit von Großbritannien. 4,3 Millionen Menschen sind zur Stimmabgabe bei dem Referendum aufgerufen. Meinungsforscher sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern einer Abspaltung voraus. Vier in der Nacht auf Donnerstag veröffentlichte Umfragen sehen alle die Gegner der Unabhängigkeit vorn, allerdings nur mit zwei bis sechs Prozentpunkten - zu wenig für eine sichere Prognose.

          Das gilt vor allem, weil die Zahl der Untentschlossenen weiterhin sehr hoch ist. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov sieht  schätzt diese Gruppe auf fast zehn Prozent. Es wird eine Rekord-Beteiligung von mehr als 90 Prozent erwartet.

          Kampf bis in die Nacht

          Ministerpräsident Alex Salmond und seine Parteifreunde von der Schottischen Nationalpartei versuchten bis zum späten Abend, ihre Anhänger zu mobilisieren. Das gegnerische Lager, angeführt von Großbritanniens Premierminister David Cameron und seinem Vorgänger Gordon Brown, schwor die Wähler auf ein „Nein“ zur Unabhängigkeit ein.

          Rückendeckung bekommt er vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Das Vereinigte Königreich sei ein „außergewöhnlicher Partner“ der Vereinigten Staaten und eine zuverlässige Kraft in einer instabilen Welt, schrieb Obama am Mittwoch im offiziellen Profil des Weißen Hauses im Internetdienst Twitter. „Ich hoffe, es bleibt stark, robust und vereint.“

          Keine Gewalt erwartet

          Auf beiden Seiten mahnten Redner auch schon, die Schotten dürften nach der Abstimmung nicht gespalten bleiben: „Am Freitag werden wir als ein Land wieder zusammenkommen und vereint weitermachen“, sagte Vize-Regierungschefin Nicola Sturgeon von der Nationalpartei SNP.

          Die Referendumsdebatte war in den vergangenen Wochen zunehmend leidenschaftlicher geführt worden. Vor allem Redner des „No“-Lagers, etwa Labour-Politiker Jim Murphy, hatten über Beleidigungen, Drohungen und kleinere Übergriffe geklagt. Zwei Tage vor der Wahl musste Labour-Chef Ed Miliband einen Auftritt abbrechen, weil Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung störten. Alles in allem verlief die Debatte aber recht friedlich. Auch für den Tag der Abstimmung wird nicht mit Gewalt gerechnet.

          Die Wahllokale in den 32 Wahlbezirken sind von 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr geöffnet. Mit Ergebnissen wird erst am frühen Freitagmorgen gerechnet. Aus Teilen Schottlands, etwa von der Inselgruppe der Äußeren Hebriden oder von den Shetlands, müssen die Stimmzettel mit Hubschraubern und Schiffen Richtung Edinburgh transportiert werden.

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