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Deutsche beim Referendum : „Zu viele offene Fragen“

  • Aktualisiert am

Wahl-Schotten: Nina Dethlefs und Sohn Tom Bild: privat

Stimmberechtigt beim Referendum waren auch in Schottland lebende EU-Bürger. Die deutsche Wissenschaftlerin Nina Dethlefs lebt in Edinburgh – und kennt Gründe für „Yes“ und für „No“.

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          Als in Schottland lebende Ausländerin sind Sie wahlberechtigt. Haben Sie Ihre Stimme für das Referendum abgegeben?

          Ja, wir haben mit „No“ gestimmt. Wir glauben zwar, dass ein unabhängiges Schottland in der Zukunft sehr erfolgreich sein könnte, leider sind aber im Wahlkampf zu viele Fragen offen geblieben. Die beziehen sich vor allem auf wichtige Dinge wie die Währung in einem unabhängigen Schottland, die EU-Zugehörigkeit und, was für uns persönlich auch besonders wichtig ist, die Zugänglichkeit zu britischen und europäischen Forschungsgeldern für schottische Universitäten.

          Weshalb hat es Sie und Ihre Familie nach Schottland gezogen?

          Ich lebe seit drei Jahren in Edinburgh und bin hier Wissenschaftlerin an der Heriot-Watt Universität. Unser Labor arbeitet an künstlichen Intelligenzsystemen, die über natürliche Sprache mit Menschen kommunizieren können.

          Wie können wir uns die Stimmung in Edinburgh am Tag der Abstimmung vorstellen?

          Die Stimmung ist sehr positiv, und Anhänger von „Yes“ und „No“ gehen sehr freundlich und respektvoll miteinander um; vielleicht sogar überraschend freundlich, wenn man die möglichen Konsequenzen des Wahlausganges bedenkt. Viele Leute tragen schon seit Wochen „Yes“- oder „No“-Anstecker oder haben Sticker an ihren Autos oder Fensterscheiben. Dass es dadurch zu Streit mit Befürwortern des anderen Lagers kommen könnte, davor scheinen die meisten keine Angst zu haben.

          Und wie schätzen Sie persönlich den Ausgang des Referendums ein?

          Ich schätze, dass wir eine sehr knappe Mehrheit für „No“ sehen werden, ähnlich wie in Quebec im Jahr 1995. Viele Menschen hier wünschen sich, dass mehr Entscheidungen in Schottland getroffen werden – aber aufgrund der vielen offenen Fragen ist das Risiko ziemlich groß.

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