https://www.faz.net/aktuell/politik/referendum-falkland-bewohner-wollen-briten-bleiben-12111382.html

Referendum : Falkland-Bewohner wollen Briten bleiben

  • Aktualisiert am

Very britisch: Das Referendum endet mit einer klaren Ansage Bild: REUTERS

In einem Referendum sprechen sich die Bewohner der Falkland-Inseln mit überwältigender Mehrheit dafür aus, weiterhin britisch bleiben zu wollen. Argentinien erkennt die Abstimmung nicht an.

          1 Min.

          Die Bewohner der Falklandinseln haben sich in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für einen  Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. 98,8 Prozent stimmten mit Ja, wie Behördenvertreter in der Nacht zu Dienstag in der Hauptstadt Port Stanley mitteilten. Argentinien, das die Inselgruppe ebenfalls beansprucht, hatte die Abstimmung bereits im Vorfeld als „illegal“ deklariert.

          Die Falklandinseln sind zwischen Argentinien und Großbritannien umstritten, die deswegen 1982 einen Krieg mit hunderten Toten führten.

          Genau drei Gegenstimmen

          Den offiziellen Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung  bei rund 92 Prozent - stimmberechtigt waren genau 1672 Menschen. Es habe drei Nein-Stimmen gegeben. Internationale Beobachter sprachen  von einer „freien, fairen und technisch einwandfreien“ Abstimmung. Auf der Inselgruppe feierten die Menschen das Ergebnis frenetisch. 

          „Hier ist soviel Lärm, es ist riesig“, sagte Barry Elsby vom  Lokalparlament der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Hunderte Menschen feierten vor der Kirche, sängen und schwenkten Flaggen, berichtete Elsby.

          Die Abstimmung wurde von den Falkland-Bewohnern  selbst in die Wege geleitet, an seinem Ausgang hatte kein Zweifel  bestanden. Der britische Außenminister William Hague begrüßte den Ausgang des Referendums. Alle Länder sollten die Ergebnisse akzeptieren und die  Inselbewohner bei der Entwicklung ihrer Heimat und ihrer Wirtschaft  unterstützen, erklärte Hague.

          Argentinien erkennt das Referendum nicht an

          Dagegen bekräftigte Argentinien, dass es das Referendum von Sonntag und Montag nicht anerkenne. Es handele sich um ein „rechtlich wertloses Manöver“, das nicht von den Vereinten Nationen überwacht  worden sei, erklärte die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro. „Wir respektieren ihre Lebensweise, ihre Identität“, sagte Castro über die Bewohner der Falklandinseln. „Wir respektieren, dass sie weiter britisch sein wollen, aber das von ihnen bewohnte Territorium ist nicht britisch.“

          Umstrittenes Archipel: Argentinien beansprucht die Inselgruppe für sich
          Umstrittenes Archipel: Argentinien beansprucht die Inselgruppe für sich : Bild: REUTERS

          Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten  Falklandinseln oder Islas Malvinas befinden sich seit 1833 unter Kontrolle Großbritanniens, nachdem die britische Kolonialmacht die Vertreter der argentinischen Behörden vertrieben hatte. Die argentinische Militärjunta hatte am 2. April 1982 die Invasion der von ihr beanspruchten Falklandinseln begonnen. Der bis zum 14. Juni andauernde Krieg endete für das südamerikanische Land mit einer Niederlage. 255 britische Soldaten starben, auf  argentinischer Seite gab es 649 Tote.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gerade im MINT-Bereich fehlt qualifiziertes Personal.

          Fachkräfte immer knapper : Die Personalnot kommt mit Wucht

          Ein geballter Alarmruf lässt aufhorchen: Der Mangel an Fachkräften verschärft sich drastisch, zeigen zwei neue Studien. Vor allem im MINT-Bereich fehlt Personal. Das bleibt für Unternehmen und Politik nicht ohne Folgen.
          Training für den Notfall: Soldaten aus Taiwan in der Gemeinde Hukou Township im März dieses Jahres

          Angst vor China : Was Taiwan von der Ukraine lernen soll

          Der russische Überfall auf die Ukraine hat Taiwans Bevölkerung aufgeschreckt. Was, wenn China angreift? Die Vereinigten Staaten raten: Man solle sich auf asymmetrische Kriegführung vorbereiten.
          Der eigenen sexuellen Zuordnung soll durch das neue Gesetz Rechnung getragen werden.

          Einspruch Exklusiv : Das Geschlecht sollte mehr als Selbstdefinition sein

          Die Bundesregierung möchte das Transsexuellengesetz durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzen. Individuelle Wünsche sollten für den rechtlichen Umgang mit dem Geschlecht nicht der alleinige Maßstab sein. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis
          Sprachkurs
          Lernen Sie Englisch
          Kapitalanlage
          Pflegeimmobilien als Kapitalanlage
          Automarkt
          Top-Gebrauchtwagen mit Garantie