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Vor der UN-Vollversammlung : Franziskus wirft Mächtigen Politik der Ausgrenzung vor

„Nicht nur gute Vorsätze“: Papst Franziskus ermahnt die mächtigen Staaten in der UN-Vollversammlung in New York. Bild: AFP

In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York fordert der Papst eine Reform des Sicherheitsrats, des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Franziskus geißelt „egoistisches und grenzenloses Streben nach Macht und materiellem Wohlstand“.

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          Der Papst hat den mächtigeren Staaten der Welt vorgeworfen, anderen Ländern eine „gerechte Beteiligung“ an Entscheidungen zu verwehren. Vor zahlreichen Staats- und Regierungschefs forderte Franziskus am Freitag in der UN-Vollversammlung in New York eine Reform des Sicherheitsrats, der „Finanzbehörden“ (gemeint waren der Internationale Währungsfonds und die Weltbank) sowie der „für die Bewältigung der Wirtschaftskrisen geschaffenen Gruppen“ (also G7 und G20). „Das wird hilfreich sein, um alle Art von Missbrauch oder Zinswucher besonders gegenüber den Entwicklungsländern zu begrenzen“, sagte der Papst.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für politische Nachrichten und Politik Online.

          Wie in seiner Enzyklika „Laudato si’“ verknüpfte Franziskus das „egoistische und grenzenlose Streben nach Macht und materiellem Wohlstand“ mit der Zerstörung der Umwelt. „Die wirtschaftliche und soziale Ausschließung ist eine völlige Verweigerung der menschlichen Brüderlichkeit und ein äußerst schwerer Angriff auf die Menschenrechte und die Umwelt“, sagte das Oberhaupt der Katholiken und kritisierte die vorherrschende „Wegwerfkultur“. Als „wichtiges Zeichen der Hoffnung“ lobte der Papst zwar die neue „Agenda für nachhaltige Entwicklung“.

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          An diesem Wochenende soll der UN-Gipfel formal beschließen, die darin aufgeführten 17 Ziele und 169 Detailvorgaben bis 2030 zu erreichen. Mehr als 140 Staats- und Regierungschefs sind dafür nach New York gereist, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Doch warnte Franziskus davor, sich mit der „bürokratischen Übung der Erstellung langer Auflistungen guter Vorsätze“ zu begnügen. Es müsse die Versuchung vermieden werden, „einem Nominalismus zu verfallen, der sich in Deklarationen erschöpft und unser Gewissen beruhigt“.

          Indirekt kritisierte der Papst den Westen dafür, Entwicklungshilfe an ihre Vorstellungen von Familienplanung oder Toleranz für Homosexuelle zu knüpfen: Die vor 70 Jahren verabschiedete UN-Charta diene zu oft als „Ausrede“, um eine „ideologische Kolonialisierung zu fördern, indem man abnorme Lebensmodelle und -stile durchsetzt, die der Identität der Völker fremd und letztlich unverantwortlich sind“.

          Die UN-Charta werde „mit einem einfachen Mittel verwechselt, das man gebraucht, wenn es sich als günstig erweist, und umgeht, wenn es das nicht ist“. Dabei fehle es nicht an „herben Beispielen für die negativen Folgen politischer und militärischer Interventionen“, mahnte Franziskus. In Konfliktgebieten wie etwa der Ukraine oder Syrien müssten auch „legitime Partei-Interessen“ zurückstehen und „konkrete Personen Vorrang“ haben. Sonst, so der Papst, würden „Menschen zu Material, das man wegwerfen kann“.

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