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Anklage aus Karlsruhe : 55 Jahre alte Rechtsextremistin soll Brandanschlag geplant haben

Eingang der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Bild: dpa

Laut der Bundesanwaltschaft hatte die Frau schon mögliche Opfer ausgespäht, Drohbriefe verschickt, Benzin und Zündschnüre beschafft. Sie sitzt in Untersuchungshaft.

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          Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen eine 55 Jahre alte Rechtsextremistin aus Mittelfranken erhoben, die Brandanschläge auf Politiker und Muslime geplant haben soll. Die Heilpraktikerin Susanne G. war im vergangenen September von der Polizei festgenommen worden. Sie soll nach Informationen der F.A.Z. in die Strukturen der rechtsextremen Partei III. Weg eingebunden gewesen sein und an zahlreichen Kundgebungen der Partei teilgenommen haben.

          Alexander Haneke

          Redakteur in der Politik.

          Der Generalbundesanwalt hatte das Verfahren schon im Oktober wegen der besonderen Bedeutung des Falls an sich gezogen. Er wirft der Frau unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Bedrohung und die Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten vor.

          Grußkarten mit Munition

          Susanne G. vertrete eine von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit geprägte Grundhaltung, heißt es in einer Mitteilung aus Karlsruhe. Schon im vergangenen Winter soll sie sechs anonyme Briefe an zwei fränkische Politiker, einen muslimischen Verein und einen Verein zur Flüchtlingshilfe versandt haben. Die „Grußkarten“ waren nach Informationen der Polizei mit Hilfe einer Schablone beschrieben worden. Sie kamen äußerlich unauffällig als Gutschein, Kondolenzbrief oder als „Wunscherfüller“-Karte daher. Darin enthalten waren Morddrohungen, die in fünf Fällen mit beigelegten Patronenhülsen bekräftigt wurden.

          Spätestens im Mai begann sie nach Überzeugung der Ermittler zudem mit Vorbereitungen für einen Brandanschlag auf die bedrohten Politiker oder Menschen muslimischen Glaubens. Im Internet soll sie sich mit Literatur zum Umgang mit Sprengstoffen und unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen versorgt haben.

          Für den Bau der Brandsätze habe sie sich bereits Benzin, Kartuschen mit einem Gasgemisch, Feuerwerkskörper und Zündschnüre beschafft. Im vergangenen Sommer soll sie dann Polizeibeamte und einen fränkischen Mandatsträger als mögliche Anschlagsopfer ausgespäht und deren Privatfahrzeuge und Wohnungen ausgekundschaftet haben. Über die Zulassung der Anklage muss nun der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München entscheiden.

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