https://www.faz.net/-gpf-9kvt5

Weltweite Reaktionen : „Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror“

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bild: Reuters

Staats- und Regierungschefs verurteilen den Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch scharf. Er sei ein Angriff auf „die offene Gesellschaft“ Neuseelands, sagt die Kanzlerin. In einem Land ruft die Attacke besonders bittere Erinnerungen wach.

          Mit Trauer und Entsetzen haben Menschen weltweit auf den Terroranschlag in zwei Moscheen in Neuseeland reagiert. Manche machten auch die wachsende Islamfeindlichkeit in westlichen Ländern für das Massaker in der Stadt Christchurch verantwortlich, das ein rechtsextremer Australier verübt haben soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Anschlag auf Menschen, „die friedlich betend in ihren Moscheen überfallen und aus rassistischem Hass ermordet wurden“.

          Die Kanzlerin hob hervor, dies sei auch ein Angriff auf „die offene und tolerante Gesellschaft“ Neuseelands. Sie versicherte: „Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von „feigen Anschlägen“. Er hob hervor: „Wir wünschen Ihrem Land die Kraft, sich in dieser schweren Stunde seine Offenheit und Zuversicht zu bewahren.“

          Auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) verurteilte das „brutale Verbrechen“ in Christchurch. SPD-Chefin Andrea Nahles schrieb: „Wer Muslime angreift, greift uns alle an.“ Sie betonte: „Dieser Hass darf niemals einen Platz bei uns haben – weder in Neuseeland, noch woanders.“

          Erinnerungen an Anders Breivik

          In Norwegen riefen die Anschläge in Neuseeland „schmerzhafte Erinnerungen“ an die Ermordung von 77 Menschen durch den Rechtsextremen Anders Behring Breivik im Juli 2011 hervor, wie Regierungschefin Erna Solberg erklärte. Sie forderte die internationale Gemeinschaft zum Kampf gegen alle Formen des Extremismus auf.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dessen Land mehrfach von islamistischen Anschlägen erschüttert worden war, wandte sich „gegen jede Form von Extremismus“. Frankreich gehe „mit seinen Partnern gegen Terrorismus weltweit“ vor.

          EU-Ratspräsident Donald Tusk betonte, der „brutale Angriff“ werde „nie die Toleranz und das Anstandsgefühl verringern, für das Neuseeland berühmt ist“. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sicherte Neuseeland Unterstützung zu „bei der Verteidigung unserer offenen Gesellschaften und gemeinsamen Werte“.

          Erdogan: Westen für wachsende Islamfeindlichkeit verantwortlich

          Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Anschlag scharf, er machte den Westen für wachsende Islamfeindlichkeit verantwortlich. „Mit diesem Anschlag hat die Islamfeindlichkeit, die die Welt untätig zugelassen und sogar gefördert hat, die Grenzen der individuellen Schikane überschritten, um die Ebene des Massenmords zu erreichen“, sagte er. Die Weltsicht des Mörders breite sich im Westen „wie ein Krebsgeschwür“ aus. Wenn der Westen nicht rasch Maßnahmen ergreife, würden „weitere Katastrophen“ folgen.

          Der russische Präsident Wladimir Putin hob hervor, er hoffe, „dass die Verantwortlichen hart bestraft werden“. Er betonte: „Ein Angriff auf friedlich zum Gebet versammelte Menschen ist in seiner Grausamkeit und seinem Zynismus schockierend.“ Die Vereinigten Staaten verurteilten die Anschläge als „bösartigen Akt des Hasses“.

          Weitere Themen

          Wer ist Boris Johnson? Video-Seite öffnen

          Schillernd und umstritten : Wer ist Boris Johnson?

          Der wirre Haarschopf ist unverkennbar: Boris Johnson liebt den großen Auftritt. Der Brexit-Hardliner ist eine der schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten der britischen Politik.

          Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.

          Topmeldungen

          Boris Johnson und die EU : Trotz allem – Partner

          In Brüssel hat man Boris Johnson in unangenehmer Erinnerung behalten. Dennoch sollten die „Europäer“ ihm, wo immer möglich, die Hand reichen – nur zu einem nicht.
          Laut Sebastian Kurz habe es sich bei der Datenvernichtung um einen „normalen Vorgang“ gehandelt.

          Datenträger geschreddert : Kurz und der Reißwolf

          Der damalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ließ nach dem Platzen der Koalition mit der rechten FPÖ durch einen Mitarbeiter inkognito Daten vernichten. Warum?

          Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.
          Aufhören, wenn’s am schönsten ist Nach dem Pokalsieg 2018 verließ Boateng die Eintracht.

          Eintracht Frankfurt : Chance und Risiko der Boateng-Rückkehr

          Nach den Abgängen von Luka Jovic und Sébastien Haller sucht Frankfurt einen neuen Stürmer. Kommt Kevin-Prince Boateng tatsächlich zurück zur Eintracht? Eine Neuauflage der alten Liebe wäre ein Wagnis.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.