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Reaktionen auf Interview : „Es bleiben Fragen offen“

  • Aktualisiert am
Stellte sich nach langem Zögern den Fragen der Journalisten: Christian Wulff, Ulrich Deppendorf (ARD), Bettina Schausten (ZDF, v.l.)
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          Bundespräsident Christian Wulff hat mit seinem Interview zu seiner Kreditaffäre aus Sicht der Oppositionen die Vorwürfe nicht ausräumen können. Für die CDU hat der Präsident dagegen Vertrauen zurückgewonnen.

          „Es bleiben Fragen offen, die aufgeklärt werden müssen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, am Mittwoch nach dem Interview von ARD und ZDF mit dem Staatsoberhaupt. „Der Bundespräsident hat ein gestörtes Verhältnis zur Presse, zur Wahrheit und zum Geld“, erklärte die Linkspartei-Vorsitzende Gesine Lötzsch. Für die Grünen erklärte deren Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke, Wulff habe die Vorwürfe an ihn im Kern offensichtlich nicht verstanden.

          Gröhe stellt sich vor Wulff

          CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe stellte sich dagegen vor Wulff. Es sei richtig gewesen, sich den kritischen Fragen zu stellen. „Ich bin sicher, dass Christian Wulff damit erfolgreich Vertrauen in der Bevölkerung zurückgewinnen wird.“ Kritiker sollten seine Bemühungen um Offenheit anerkennen. Bundeskanzlerin Merkel Merkel hatte schon vor dem Interview erklären lassen, dass sie Wulffs Arbeit nach wie vor schätze. Sie vertraue auf umfassende Antworten Wulffs, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin. Er verneinte die Frage, ob Merkel den Bundespräsidenten zu einer Stellungnahme aufgefordert habe. Unterstützung bekam Wulff zuvor auch von CSU-Chef Horst Seehofer. „Die CSU steht zu diesem Bundespräsidenten Christian Wulff, und er hat auch unser Vertrauen.“

          Die FDP forderte nach dem Fernsehinterview ein Ende der Debatte um den Bundespräsidenten. „Es ist gut, dass Christian Wulff zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen heute öffentlich Stellung genommen und Fehler eingeräumt hat“, erklärte FDP-Generalsekretär Patrick Döring. „Das war ein wichtiger Schritt. Die öffentliche Debatte muss nach den eindeutigen Worten jetzt beendet werden“, hieß es. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Erwin Lotter hatte zuvor hingegen erklärt, es habe sich um einen „weiteren Akt in dem quälenden Staatsdrama“ gehandelt.

          Gabriel: Keine Causa Wulff mehr, sondern eine Causa Merkel

          Übereinstimmend urteilten auch die Oppositionspolitiker, Wulff sei kein Befreiungsschlag gelungen. Unbeeindruckt von Wulffs Äußerungen forderte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel die Kanzlerin auf, dessen Eignung für das höchste Staatsamt zu überprüfen. „Sie muss eine ehrliche Neubewertung der Fähigkeit von Herrn Wulff in diesem Amt vornehmen“, sagte Gabriel. „Das ist keine Causa Wulff mehr, das ist eine Causa Merkel.“

          Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Hubertus Heil sagte, das Amtsverständnis von Wulff sei unklar. Geklärt werden müsse auch, ob der ehemalige Ministerpräsident mit der Annahme eines Privatkredites von der Gattin eines Unternehmers gegen das niedersächsischen Ministergesetzes verstoßen habe.

          Heil: Wulff kein Opfer einer Medienkampagne

          „Christian Wulff ist kein Opfer einer Medienkampagne, sondern hat mit Problemen zu kämpfen, für die er selbst verantwortlich ist“, sagte Heil.

          Wulff hatte schwerwiegende Fehler eingeräumt, einen Rücktritt aber abgelehnt. „Ich weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe“, hatte der Bundespräsident erklärt.

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