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Getötete Labour-Politikerin : „Wir haben einen großen Star verloren“

Ein Polizist trägt Blumen zum Tatort, an dem Jo Cox tödlich verletzt wurde. Bild: Reuters

Der tödliche Angriff auf die pro-europäische Labour-Politikerin Jo Cox schockiert England und die Welt.

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          „Ein großes Herz, viel Leidenschaft für Politik, den Menschen wird sie fehlen – wir haben einen großen Star verloren.“ So beschrieb der englische Premierminister David Cameron den Tod der britischen Labour-Politikerin Jo Cox im Kurznachrichtendienst. Der Ehemann, Brendan Cox, sagte, dass sie die Menschen versöhnen wollte im Kampf gegen den Hass, der sie das Leben gekostet hat.

          Martin Franke
          (marf.), Online-Redakteur/in vom Dienst

          Auch Brexit-Ikone Boris Johnson zeigte sich erschüttert. Er sei „traurig und schockiert“. Seine Gedanken seien bei ihrer Familie, so der ehemalige Bürgermeister Londons.

          Jeremy Corbyn, der Chef der Labour-Partei, zeigte sich tief betroffen: „Die Labour-Partei und das ganze Land sind schockiert von dem grausamen Mord an Jo Cox heute.“ Er beschrieb die Politikerin als starke Persönlichkeit, die unter anderem durch ihre vorherige Arbeit bei der „Gates Foundation” und der Hilfsorganisation Oxfam ein umfassendes Verständnis für Menschenrechte gehabt habe. Erst im vergangenen Jahr war Cox ins britische Unterhaus gewählt worden.

          „Zutiefst traurig zu hören, dass Jo Cox gestorben ist. Aufrichtigstes Beileid an ihre Familie“, teilte Nigel Farage, der Vorsitzende der EU-feindlichen Partei Ukip, mit.

          Auch in den sozialen Netzwerken äußerten sich viele Menschen erschüttert. „Keine Worte, einfach nur verstörend“, schreibt eine Nutzerin bei Twitter. „Herzzerbrechend und ein sinnloser Akt“, äußert sich ein anderer.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich erschüttert. „Das ist ein tragischer Vorfall“, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Die Tat sei furchtbar für die Angehörigen und müsse dringend aufgeklärt werden.“ Auch über Twitter bekundeten deutsche Politiker ihr Mitgefühl für die Hinterbliebenen: „Bestürzende Nachricht aus GB. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie.“, schrieb die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt. Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow meldete über den Kurznachrichtendienst: „Zuerst gilt meine Anteilnahme den Angehörigen und ich trauere um Jo Cox! Dieser Mord ist politischer Terror!“

          Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), die im Oktober vergangenen Jahres selbst Opfer eines Attentats wurde, schrieb auf Twitter: „Der Tod von Jo Cox geht mir wirklich nahe. Ausländerfeinliche Parolen münden unweigerlich in Gewalt. Wir alle tragen Verantwortung, dass es in Deutschland und Europa nie wieder so weit kommt.“

          Die 41 Jahre alte Abgeordnete aus dem nordenglischen Wahlkreis Batley and Spen erlag am Mittag ihren Verletzungen und hinterlässt zwei Kinder und einen Ehemann. Die Politikerin engagierte sich vor allem für Frauenthemen und Flüchtlinge und galt als eine ausgesprochene Brexit-Gegnerin. In einer Woche entscheiden die Briten in einem Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU.

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