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Reaktion auf Giftanschlag : Australien weist russische Diplomaten aus

  • Aktualisiert am

Stellt sich hinter Großbritannien: Australiens Premierminister Malcolm Turnbull Bild: EPA

Zwei russische Diplomaten müssen Australien verlassen, kündigte die Regierung in Canberra an. Ministerpräsident Turnbull bezog die Handlung explizit auf den Giftangriff in Salisbury. Auch weitere Aktionen seien möglich.

          Australien schließt sich zahlreichen westlichen Ländern an und weist nach dem Russland zugeschriebenen Giftanschlag auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal russische Diplomaten aus. Auch einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Sommer schloss die australische Regierung nicht aus.

          Zwei russische Diplomaten müssten das Land verlassen, sagte Ministerpräsident Malcolm Turnbull am Dienstag. „Zusammen mit dem Vereinigten Königreich und anderen Verbündeten und Partnern reagiert Australien auf den jüngsten Angriff mit Nervengift in Salisbury“, erklärte Turnbull.

          Außenministerin Julie Bishop sagte in Canberra, es gebe weiterer Optionen, um auf den Giftangriff auf Skripal und seine Tochter in Großbritannien zu reagieren. „Der Boykott der Weltmeisterschaft ist eine solche weitere Option, die in diesem Zusammenhang ergriffen werden könnte.“

          Skripal und seine Tochter Julija wurden Anfang des Monats im südenglischen Salisbury zum Ziel eines Giftanschlages. Dabei wurde nach britischen Angaben ein von der Sowjetarmee im Kalten Krieg entwickeltes Nervengift eingesetzt. Die britische Premierministerin Theresa May erklärte, mehr als 130 Menschen könnten dem Gift nach dem Anschlag in Salisbury ausgesetzt worden sein.

          Allein die Vereinigten Staaten hatten am Montag angekündigt, 60 russische Diplomaten auszuweisen. Vier müssen Deutschland verlassen. 14 der 28 EU-Staaten schlossen sich der Aktion an, dazu kommen weitere Länder wie Kanada und die Ukraine. Insgesamt sind mehr als 100 russische Diplomaten betroffen. Die Regierung in Moskau, die nach eigener Darstellung nicht hinter dem Anschlag auf Skripal und dessen Tochter steht, sprach von einer Provokation.

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