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Wegen Panzerdeal mit Griechen : Razzia bei Rüstungskonzern Krauss-Maffei

  • Aktualisiert am

Die Produktion des Leopard-Panzers in München Bild: IMAGO

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die Räume des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann durchsuchen lassen. Es werden Hinweise auf Schmiergeldzahlungen beim Verkauf des Leopard 2 Panzers an Griechenland gesucht.

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          Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung hat die Münchner Staatsanwaltschaft Räume des Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) durchsucht. Mit der Aktion seien Beschlüsse des Amtsgerichts vollzogen worden, erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Freitag. Nähere Angaben lehnte er unter Hinweis auf das Steuergeheimnis ab.

          Die Razzia sei diese Woche von der Staatsanwaltschaft München I geleitet worden, berichtete der Rechercheverbund von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ am Freitag. Die Durchsuchung erfolgte demnach auch auf Bitte der Athener Staatsanwaltschaft, die im Zusammenhang mit dem 1,7 Milliarden Euro schweren Verkauf von Leopard-2-Panzern an Griechenland im vergangenen Jahrzehnt ebenfalls wegen Bestechung und Geldwäsche ermittelt.

          Die Athener Strafverfolger untersuchen den Angaben zufolge auch den Verkauf der Panzerhaubitze PzH 2000 durch KMW an Griechenland für knapp 190 Millionen Euro. Sowohl beim Leopard 2 als auch bei der PzH 2000 sollen staatliche Rüstungseinkäufer und Militärbedienstete in Griechenland über Mittelsmänner geschmiert worden sein. Bislang hat KMW diese Vorwürfe stets dementiert.

          Der Rechercheverbund der drei Medien berichtete zudem, dass die Athener Staatsanwaltschaft nun auch 13 größtenteils ehemalige Mitarbeiter von Rheinmetall und Atlas wegen Beihilfe zur Bestechung angeklagt habe. Rheinmetall hatte über die Bremer Tochterfirma Defence Electronics vor Jahren das Luftabwehrsystem Asrad für 150 Millionen Euro nach Griechenland verkauft. Atlas, eine Bremer Tochter von Thyssen-Krupp und Airbus, half bei der Modernisierung von U-Booten deutscher Produktion. Zu der Zeit, als Schmiergeld geflossen sein soll, gehörte Atlas noch zum britischen Konzern BAE, bevor Thyssen-Krupp und die Airbus-Gruppe die Bremer Firma übernahmen.

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