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Raketenangriff auf Israel : Terror aus dem Sinai

Ein israelische Soldat sucht nach Wrackteilen der in Eilat niedergegangen Rakete. Bild: AP

Auf dem Sinai vermuten israelische und jordanische Sicherheitskreise eine Terrorzelle mit Verbindungen zum „internationalen Dschihad“. Die Raketenangriffe könnten der Versuch sein, direkte Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern zu sabotieren.

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          Allzu genau müssen islamistische Terroristen am Golf von Aqaba nicht zielen. Selbst wenn sie die israelische Hafenstadt Eilat angreifen wollen und stattdessen das benachbarte Aqaba treffen, ist das für sie noch kein Misserfolg: Nicht nur Israel bekämpfen die Terroristen, sondern auch das Regime von König Abdullah in Jordanien. Aqaba, Eilat und der ägyptische Badeort Taba liegen auf wenigen Kilometern unmittelbar nebeneinander an der Bucht am Roten Meer.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Hinter der ägyptischen Küste erhebt sich der Sinai, wo israelische und jordanische Sicherheitskreise die Terrorzelle vermuten, die am Morgen die fünf Grad-Raketen abgefeuert hatte. Sie rechnen die Täter vom Montag dem „internationalen Dschihad“ zu. Terrorgruppen mit Verbindungen zu Al Qaida, der libanesischen Hizbullah-Miliz und der in Gaza herrschenden Hamas hatten in der Vergangenheit auch Anschläge in Ägypten verübt, dessen Regierung sie ebenfalls bekämpfen. So kamen im Jahr 2004 bei einem Attentat auf das Hilton-Hotel in Taba mehr als 30 Menschen um, unter ihnen viele Israelis.

          Ägypten: Raketen nicht vom Sinai abgefeuert

          Ende 2005 wurden in der jordanischen Hauptstadt Amman bei drei Selbstmordattentaten mehr als 60 Menschen getötet. Im israelischen Eilat fielen einem Selbstmordattentäter 2007 drei Menschen zum Opfer. Zuvor wurden 2005 Katjuscha-Raketen aus Jordanien auf Eilat abgefeuert. Eine explodierte in der Nähe des Flughafens. Gleichzeitig wurden auch ein amerikanisches Kriegsschiff vor Aqaba und ein Militärkrankenhaus beschossen; ein jordanischer Soldat starb.

          Aus Ägypten? : Raketen auf Israel und Jordanien

          Am Montag bestritten ägyptische Regierungsvertreter, dass die Grad-Raketen vom Sinai abgefeuert worden seien. Der Chef der politischen Abteilung des israelischen Verteidigungsministeriums Amos Gilad, vermutet jedoch, dass viel dafür spricht: „Das ist einfache Physik. Die geographischen Gegebenheiten sind hier nicht so kompliziert“, sagte er im israelischen Rundfunk. Augenzeugen und jordanische Regierungsvertreter äußerten sich ähnlich.

          In Jerusalem hält man die Terrorgefahr auf dem Sinai noch lange nicht für gebannt: In einem dramatischen Appell hatte die Regierung im Frühjahr alle israelischen Touristen aufgefordert, sofort aus den Badeorten an der ägyptischen Küste des Roten Meers heimzukehren. Man befürchtete, Terroristen könnten Israelis in den Gazastreifen verschleppen.

          Frieden oft Katalysator für neuen Terror

          Mit einem neuen Zaun entlang der ägyptischen Grenze versucht Israel nun auch, Waffenschmuggel und Terroraktivitäten einzudämmen. In Israel wächst unterdessen die Befürchtung, dass die Raketen am Golf von Aqaba und der wieder zunehmende Beschuss aus dem Gazastreifen, der Versuch sein könnten, direkte Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern zu sabotieren; ihnen hatte die Arabische Liga in der vergangenen Woche grundsätzlich zugestimmt. Wenn sich Frieden abzeichne, sei das oft ein Katalysator für neuen Terror, sagte am Montag dazu Amos Gilad.

          Aber an diesem Punkt sei man noch nicht. Andere vermuten, dass die Islamisten in Gaza nur deutlich machen wollten, dass man sie bei solch wichtigen Fragen nicht übergehen dürfe. Treffen Pressberichte zu, ließ die Hamas die israelische Regierung schon wissen, dass sie nicht selbst hinter den jüngsten Angriffen stecke und verstärkt gegen die dafür verantwortlichen Terrorgruppen vorgehen werde.

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