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Raketenabwehr : Putin droht mit Aufrüstung

  • Aktualisiert am

Putin vergangene Woche beim 60. Jahrestag des Überfalls von Hitler-Deutschland auf die Sowjetunion Bild: dpa

Im Streit um die Raketenabwehrpläne der USA hat der russische Präsident Wladimir Putin erneut eine Aufrüstung mit Atomwaffen angedroht.

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          Ein Bruch des bestehenden ABM-Vertrages über Raketenabwehr, den die Vereinigten Staaten angedroht haben, könne schwerwiegende Folgen haben. „Das bedeutet, dass alle Länder, darunter Russland, das Recht bekommen, ihre Raketen mit atomaren Mehrfach-Sprengköpfen zu bestücken“, sagte Putin am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.

          „Das ist die billigste Antwort, gegen die es in den nächsten 50 oder vielleicht 100 Jahren keinen Schutz geben wird“, betonte Putin in ungewohnter Deutlichkeit. Die Vereinigten Staaten stellen angesichts der Planungen für eine Raketenabehr den ABM-Vertrag über Raketenabwehr von 1972 in Frage. Das will Moskau nicht hinnehmen.

          „Das ist nicht unsere Wahl“

          Der russische Präsident hatte nach dem ersten Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush vor einer Woche bereits im Gespräch mit amerikanischen Journalisten auf die Möglichkeit einer Aufrüstung mit Mehrfach-Sprengköpfen verwiesen. Russland werde mit Sicherheit auf den Aufbau einer US-Raketenabwehr reagieren. „Diese Entscheidung liegt nahe. Das verstehen die Experten nur zu gut. Auch die Öffentlichkeit soll davon erfahren“, sagte Putin im Kreml.

          Russland trage nicht die Verantwortung für das derzeit angespannte Verhältnis zu den USA. „Das ist nicht unsere Wahl, aber es bleibt die Frage, was zu tun ist“, betonte Putin. „Alle Fragen müssen gemeinsam erörtert werden, damit das Gleichgewicht in der Welt nicht gestört wird“, forderte er. „Alle Atommächte und europäischen Staaten haben ein Recht darauf, an den Diskussionen teilzunehmen.“

          Zugleich betonte Putin aber auch, er sei davon überzeugt, dass sich mit Bush selbst über schwierigste Probleme verhandeln lasse. Russland sieht in dem von den USA geplanten Aufbau einer Raketenabwehr einen Verstoß gegen den seit 1972 bestehenden ABM-Vertrag zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen.

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