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Terroristen vor Gericht : Auf der Suche nach dem großen Auftritt

Horst Mahler (hinten) im Oktober 1972 mit seinen Anwälten Hans-Christian Ströbele und Otto Schily Bild: dpa

In seinem Buch widmet sich Hansgeorg Bräutigam drei großen Berliner Strafprozessen. Nicht nur die RAF verstand es, das Kammergericht zur Bühne zu machen.

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          Terrorismus ist immer auch eine Kommunikationsstrategie. Bei der RAF war das nicht anders. Wenn es etwa um die Verbalisierung der „faschistischen Staatsgewalt“ ging, schreckten die Terroristen nicht davor zurück, auf NS-Analogien zurückzugreifen. Die von den RAF-Anwälten verbreitete Rede von der „Vernichtungshaft“ und „Isolationsfolter“ entfaltete unter den Anhängern der Terrorgruppe, denen die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit ein wesentliches Anliegen war, erheblichen Sog.

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.

          Wie stark schon bald nach Entstehen der RAF deren Verfolgung selbst als Beweis für den vermeintlich verbrecherischen Charakter des bundesrepublikanischen „Systems“ herhalten musste, hat die Historikerin Petra Terhoeven herausgearbeitet. Noch in der Auflösungserklärung der RAF von 1998 hieß es, der Staat habe „mit seiner nationalistischen Vergangenheit nicht gebrochen“ und die „gleichen Reaktionsmuster“ an den Tag gelegt, „in denen schon die Nazis handelten“. Terhoeven spricht von einer „Strategie der gezielten Selbstviktimisierung“, die vor allem nach der Inhaftierung der Gründungsmitglieder erstaunlich gut verfangen habe.

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