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DNA-Auswertung : RAF-Trio soll zwei Geldtransporter überfallen haben

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Gesuchte Terroristen: Die früheren RAF-Mitglieder Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette (von links) auf einem undatierten Handout des Bundeskriminalamts. Bild: dpa

Im Sommer überfielen drei Täter bei Bremen einen Geldtransporter. Sie gingen brutal vor, waren aber nicht erfolgreich. Nun wird klar: Es handelte sich um frühere RAF-Terroristen. Auch bei einem Überfall Ende 2015 in Wolfsburg stehen sie in Verdacht.

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          Bei den nach einem Raubüberfall in Niedersachsen gesuchten ehemaligen RAF-Terroristen handelt es sich um Daniela Klette, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Burkhard Garweg. Diese Informationen des NDR wurden der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Berlin in Sicherheitskreisen bestätigt. Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter bei Bremen im vergangenen Sommer haben Ermittler in zwei Tatautos die DNA-Spuren der drei ehemaligen RAF-Mitglieder gefunden.

          Ihre genetischen Fingerabdrücke waren nach dem Überfall auf einen Geldtransporter am 6. Juni in Diepholz gesichert worden. Bei dem Überfall auf dem Parkplatz eines Verbrauchermarkts in Groß Mackenstedt, einem Ortsteil der Gemeinde Stuhr bei Bremen, hatten drei Maskierte auf einen gepanzerten Geldtransporter geschossen. Verletzt wurde niemand, die Kugeln blieben in einem Reifen und im Blech stecken. Die Täter flüchteten ohne Beute, es gelang ihnen nicht, die Türen des Geldtransporters zu öffnen.

          Ehemalige Mitglieder weiter auf Fahndungslisten

          Nach Polizei-Angaben hatten sie den Geldtransporter mit einem Kleinbus zugeparkt. Zwei mit Tarnanzügen gekleidete Menschen waren ausgestiegen und hatten die Transporteure in ihrem Fahrzeug bedroht. Als ein dritter Täter ebenfalls im Tarnanzug dazukam, fielen mindestens drei Schüsse, berichtete die Polizei kurz nach der Tat. Nachdem die Kriminellen nicht die Türen öffnen konnten, ergriffen sie die Flucht mit einem Auto, das der dritte Täter mitgebracht hatte.

          Die Staatsanwaltschaft in Verden gab kurze Zeit später bekannt, dass die drei gesuchten Terroristen im Verdacht stehen, an einem weiteren Überfall auf einen Geldtransporter Ende vergangenen Jahres in Wolfsburg beteiligt gewesen zu sein.

          Alle drei Beteiligten sollen dem NDR-Bericht zufolge unter anderem 1993 an dem Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt in Hessen beteiligt gewesen sein. Auch damals seien ihre DNA-Spuren gefunden worden.

          Die linksextreme Terrororganisation RAF hatte sich 1998 für aufgelöst erklärt. Einige ihrer damaligen Mitglieder sind aber bis heute verschwunden und stehen weiter auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die RAF in Deutschland der Inbegriff von Gewalt und Mord, mehr als 30 Menschen starben durch den RAF-Terror.

          Bild: dpa

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