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RAF-Terror : Verena Becker wohl nicht an Buback-Mord beteiligt

  • Aktualisiert am

Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker Bild: AP

Die ehemalige RAF-Terroristin ist anscheinend nicht an der Ermordung des früheren Generalbundesanwalts Buback im Jahr 1977 beteiligt gewesen. Ein Abgleich einer DNA-Probe Beckers mit molekulargenetischen „Mischspuren“ an Beweisstücken habe laut Bundesanwaltschaft ein negatives Ergebnis erbracht.

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          Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker ist anscheinend nicht an der Ermordung des früheren Generalbundesanwalts Siegfried Buback im Jahr 1977 beteiligt gewesen.

          Ein Abgleich einer DNA-Probe Beckers mit molekulargenetischen „Mischspuren“ an drei nach dem Attentat sichergestellten Beweisstücken habe ein negatives Ergebnis erbracht, teilte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Frank Wallenta, in Karlsruhe auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp mit.

          Der Sohn des RAF-Opfers, Michael Buback, hatte Verena Becker „in höchstem Grad verdächtig“, am 7. April 1977 in Karlsruhe seinen Vater mit dessen Begleitern Wolfgang Göbel und Georg Wurster erschossen zu haben. Michael Buback hatte sich dazu auch gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geäußert. (Siehe auch: Ex-RAF-Terroristin Verena Becker: Versteckt zwischen Sonnenblumen)

          Keine DNA-Spuren Beckers an Helm, Handschuhen und Jacke

          Der Anschlag in Karlsruhe, bei dem auch zwei Begleiter Bubacks erschossen wurden, war von einem Motorrad aus verübt worden. Bei den drei Beweisstücken handele es sich um einen damals im hessischen Bensheim aufgefundenen Motorradhandschuh, um einen mit dem Tatmotorrad sichergestellten Motorradhelm und um eine Motorradjacke aus dem benutzten Fluchtauto, einem Alfa Romeo.

          Verena Becker sei als Verursacherin oder Mitverursacherin der an diesen Beweisstücken festgestellten Mischspuren „ausgeschlossen“, betonte die Bundesanwaltschaft. Dies sei das Ergebnis eines vom Kriminaltechnischen Institut des Bundeskriminalamtes (BKA) im Juli 2008 vorgelegten Gutachtens.

          Das im Jahr 1980 eingestellte Ermittlungsverfahren gegen Becker war im April 2008 wieder aufgenommen worden, und zwar ausdrücklich „zum Zweck“ dieses DNA-Abgleichs. Becker hatte auf Beschluss des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs dafür eine DNA-Probe abgegeben müssen. Die Mischspuren legten den Verdacht nahe, dass an ihrer Verursachung auch eine Frau beteiligt gewesen sein konnte. Nach den bisherigen Urteilen gelten lediglich die früheren RAF-Mitglieder Christian Klar, Günter Sonnenberg und Knut Folkerts als Tatbeteiligte.

          Beugehaft für Klar, Mohnhaupt und Folkerts?

          Wallenta sagte, die molekulargenetische Untersuchung habe nun letztlich dasselbe Ergebnis erbracht wie eine serologische Untersuchung vor 30 Jahren. Damals seien dieselben Beweisstücke untersucht worden - mit dem Ergebnis, dass das sichergestellte Spurenmaterial nicht die Blutgruppe Beckers aufwies. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen Becker dauern weiterhin an.

          Wallenta wies darauf hin, dass der Staatsschutzsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) noch darüber entscheiden wird, ob die früheren RAF-Terroristen Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts tatsächlich in Beugehaft müssen. Der BGH-Ermittlungsrichter hatte im Dezember 2007 Beugehaft angeordnet, um die drei früheren Terroristen zu Zeugenaussagen zum Buback-Mord zu zwingen. Wann der Staatsschutzsenat des BGH über die dagegen eingelegten Beschwerden von Klar, Mohnhaupt und Folkerts entscheidet, sei derzeit „offen“, sagte Wallenta.

          Nach seinen Angaben ist auch das im April 2007 eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen den früheren RAF-Terroristen Stefan Wisniewski noch nicht abgeschlossen. Er steht nach neueren Zeugenaussagen im Verdacht, der Todesschütze beim Buback-Attentat gewesen zu sein. Wisniewski wurde bislang nicht wegen des Buback-Mordes gerichtlich belangt.

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