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Räumung in Kiew : Schwarzer Rauch über dem Maidan

Schwarzer Rauch ballt sich wieder über dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz Maidan Bild: REUTERS

Die Besetzer in Kiew wehren sich gegen die Räumung des Unabhängigkeitsplatzes. Sie zünden Autoreifen an und greifen die Sicherheitskräfte mit Knüppeln, Steinen und Molotow-Cocktails an.

          Auf dem seit Monaten von Demonstranten besetzten Unabhängigkeitsplatz in Kiew - dem Maidan - ist es abermals zu schweren Bränden und Zusammenstößen gekommen. Etwa 300 städtische Mitarbeiter versuchten am Donnerstag, die seit Dezember bestehenden Barrikaden zu räumen. Die Bewohner des dort errichteten Zeltlagers zündeten als Protest gegen das Vorgehen Reifen an und warfen Brandsätze, wie Medien berichteten. Über der Innenstadt bildete sich eine Rauchwolke. Mehrere Mitarbeiter wurden den Behörden zufolge verletzt. Ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte, Bürgermeister Vitali Klitschko habe keinen Befehl zur Räumung erlassen.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Spezialeinheiten der Polizei mussten anrücken, um die städtischen Arbeiter zu beschützen. Nach Medienberichten griffen die Demonstranten, einige in Tarnkleidung, mit Masken und Keulen ausgerüstet, die Ordnungskräfte mit Flaschen und Steinen an. Die Polizei und die städtischen Arbeiter zogen sich nach einiger Zeit zurück, ohne die Situation beruhigt zu haben. Nach Angaben des Innenministeriums gab es auf beiden Seiten Verletzte.

          Nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar sieht die neue proeuropäische Regierung unter Präsident Petro Poroschenko den Dauerprotest auf dem Maidan als überflüssig an. Schon seit längerem haben sie ihrem Wunsch Ausdruck verliehen, dass das Leben in Kiew wieder zur Normalität zurückkehren soll, der Maidan also geräumt und die immer noch besetzten Gebäude verlassen werden sollen.

          Ein Geistlicher wehrt sich gegen die Räumung des Maidan Bilderstrecke

          Der Maidan war der zentrale Platz der Proteste gegen den vormaligen ukrainischen Präsidenten Janukowitsch. Aktivisten hatten den Platz im November 2013 besetzt. Im Laufe der Proteste kam es zu Straßenschlachten mit der Polizei, bei denen mehrere der Demonstranten getötet wurden. Heute werden die Toten mit improvisierten Schreinen auf dem Maidan als Märtyrer geehrt.

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