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Quadriga-Preis an Putin : Ruiniert

  • -Aktualisiert am

Man muss nicht die Karikatur vom „lupenreinen Demokraten“ neu auflegen, um die Verleihung des Quadriga-Preises an Wladimir Putin absurd zu finden. Falls der Quadriga-Preis je etwas wert war, ist er jetzt jedenfalls ruiniert.

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          Auch für Preise gilt das olympische Motto „schneller, höher, stärker“. Hinter den Rang eines einmal Ausgezeichneten kann man schlecht zurückfallen, so dass am Schluss nur noch die Wahl zwischen dem Papst und dem amerikanischen Präsidenten bleibt (Ausweichmöglichkeiten: Alice Schwarzer oder der Dalai Lama). So weit ist es beim „Quadriga-Preis“ zwar noch nicht, aber offenbar wird auch da die Luft dünner. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass die Auszeichnung, mit der „Vorbilder“ geehrt werden sollen - die Kriterien sind schwammig oder nichtssagend -, dieses Mal an Wladimir Putin gehen soll. Man muss nicht die Karikatur vom „lupenreinen Demokraten“ neu auflegen, um diese Idee absurd zu finden, denn auch Putins Verdienste für die deutsch-russischen Beziehungen sind überschaubar. Inzwischen hagelt es Kritik und einige Mitglieder des Gremiums, das den Preisträger benennt, seilen sich ab: Sie waren nicht da oder haben dagegen gestimmt. Man fragt sich, ob die anderen über Jahre hinweg geschlafen haben. Falls der Quadriga-Preis je etwas wert war, ist er jetzt jedenfalls ruiniert.

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