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Putin-Kommentar : Putins Wiener Schmäh

Der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag bei seinem Besuch in Wien Bild: Reuters

Der Kreml will die EU gar nicht spalten? Seine Bewunderer sollten sich nicht zu früh sorgen.

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          Man versteht schon, warum die AfD Putin nicht für einen Vogelschiss in der erfolgreichen tausendjährigen Geschichte Russlands hält, sondern für einen tollen Hecht. Denn er ist zweifellos eine starke Führungspersönlichkeit und zudem ein natürlicher Verbündeter im Kampf gegen die verhasste EU.

          Doch was ist das? Nun sagt Putin plötzlich in Wien, Moskau wolle die EU gar nicht spalten; Russland habe ein Interesse daran, dass sein wichtigster Handelspartner „geeint ist und floriert“. Das wäre ein ziemlicher Kurswechsel für den russischen Präsidenten, der, gelernt ist gelernt, den Spaltpilz sät, wo er kann.

          Zeit seiner Laufbahn offenbarte Putin, dass er die internationalen Beziehungen als Nullsummenspiel versteht, in dem der eine nur gewinnen kann, was der andere verliert. Nicht nur da ähnelt er Trump.

          Zur Wahrheit haben beide ein lockeres Verhältnis, weswegen die AfD sich keine allzu großen Sorgen machen muss, dass Putin auch in seiner tatsächlichen Politik vom rechten Pfad abweicht. Der FPÖ, die ihn nicht weniger bewundert, muss man ohnehin nicht erst erklären, was ein Wiener Schmäh ist.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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