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Proteste in Russland : Moskauer Gericht will Ustinow freilassen

20.09.2019, Russland, Moskau: Der Schauspieler Pawel Ustinow während einer Anhörung. Bild: dpa

Der öffentliche Druck gegen Justizwillkür in Russland zeigt Wirkung: Ein Gericht in Moskau hat den zu dreieinhalb Jahren Lagerhaft verurteilten Schauspieler Ustinow aus der Haft entlassen.

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          Nach heftigem Protest gegen Justizwillkür in Russland und einer großen Welle der Solidarität hat ein Gericht in Moskau verfügt, den zu dreieinhalb Jahren Straflager verurteilten Schauspieler Pawel Ustinow aus der Haft zu entlassen. Ihm war vorgeworfen worden, einen Polizisten bei einer Demonstration angegriffen zu haben. Am Freitag sollte der 23 Jahre alte Mann unter Auflagen freikommen, wie die Agentur Interfax aus dem Gerichtssaal meldete. Er dürfe aber die Stadt nicht verlassen. Ustinow war per Video aus der Untersuchungshaftanstalt zugeschaltet. Sein Anwalt Anatoli Kutscherena und Menschenrechtler sprachen von einer „gerechten Entscheidung“. Bilder von Ustinow gab es zunächst nicht. Das Moskauer Stadtgericht erklärte, er könne das Gefängnis erst verlassen, wenn die Unterlagen dort eingetroffen seien.

          Sofia Dreisbach

          Redakteurin in der Politik.

          Nach einer überraschenden Kehrtwende hatte die russische Staatsanwaltschaft am Donnerstag die Freilassung Ustinows gefordert. Die Strafe sei „ungerecht“. Zuvor hatte es eine große Solidaritätsbewegung für den Schauspieler gegeben, der laut Videoaufnahmen nur nahe der Demonstration stand und dort von Polizisten überwältigt und verprügelt wurde. Der Schauspieler hatte betont, zufällig an dem Ort gewesen zu sein. Dagegen hatte ein Polizist vor Gericht ausgesagt, Ustinow habe ihm die Schulter ausgekugelt. Die Kritiker erzürnte vor allem, dass das Gericht es ablehnte, Videomaterial von Ustinows Festnahme zu berücksichtigen. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie er in der Nähe einer U-Bahn-Station steht, als Polizisten mit Schlagstöcken auf ihn losgehen. Selbst aus kremltreuen Kreisen hatte es Kritik an der Härte des Urteils und an einem Missbrauch der Justiz für politische Zwecke gegeben. Um den Schuldspruch selbst soll es erst am 26. September in einem Berufungsverfahren in Moskau gehen.

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