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Proteste in Belarus : Großaufgebot bei Demonstrationen

  • Aktualisiert am

Protestler in Minsk am Sonntag Bild: EPA

Mit schwerer Technik will die Polizei die belarussische Hauptstadt Minsk sichern. Angeblich wurden Maschinengewehre gesehen. Zentrale Plätze wurden abgesperrt, Metrostationen geschlossen.

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          Vor neuen Massenprotesten in Belarus haben sich Polizei und Militär mit schwerer Technik in Stellung gebracht. Das unabhängige Nachrichtenportal tut.by veröffentlichte am Sonntag Fotos, die Geländefahrzeuge mit einem Maschinengewehr auf dem Dach in der Hauptstadt Minsk zeigten. Zu sehen waren auch viele Gefangenentransporter und ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften. Die Opposition hat für den Nachmittag zu Demonstrationen gegen Machthaber Alexander Lukaschenko aufgerufen.

          Der 66 Jahre alte Machthaber hatte zuletzt den Demonstranten wiederholt gedroht: „Jetzt reicht es. Wir werden nicht zurückweichen.“ Er habe früh gewarnt, dass rote Linien nicht überschritten werden dürften. Die Sicherheitskräfte hatten bereits vor einer Woche Blend-, Rauch- und Lärmgranaten gegen die Menschenmenge eingesetzt. Mehr als 100.000 Menschen hatten demonstriert. Die Demokratiebewegung verweist dagegen stets auf den friedlichen Charakter der Aktionen.

          In Minsk sperrten die Sicherheitskräfte mehrere zentrale Plätze mit Gittern ab. Etliche Metro-Stationen wurden geschlossen, damit die Menschen nicht so einfach zu den Protesten gelangen konnten. Zudem funktionierte das mobile Internet zeitweise nicht. Die Behörden wollen damit verhindern, dass sich Demonstranten etwa über das Kommunikationsprogramm Telegram verabreden und Videos von Festnahmen schnell verbreitet werden.

          Seit der Präsidentenwahl am 9. August gibt es in Belarus regelmäßig Proteste. Das Land steckt in einer schweren innenpolitischen Krise. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren an der Macht abermals  zum Sieger erklären lassen. Die Opposition sieht dagegen die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Gewinnerin an. Sie war ins EU-Exil Litauen geflohen.

          Die 38 Jahre alte Oppositionelle rief zur Teilnahme an dem „Marsch gegen den Terror“ auf. Dies sei eine friedliche Aktion, um „gegen den Terror des Staates zu protestieren“, sagte Tichanowskaja.

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