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Prognose für das zweite Halbjahr : Deutlich mehr Asylanträge erwartet

Vor allem Flüchtlinge aus Syrien, den Westbalkan-Staaten sowie aus Albanien werden laut dem Bundesamt vermehrt Asyl beantragen Bild: Lisowski, Philip

Unter anderem wegen des Kriegs in Syrien wird in den kommenden Monaten mit einem starken Anstieg der Asylanträge gerechnet. Das zuständige Bundesamt geht davon aus, dass der Trend auch 2015 anhält.

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          Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg (BAMF) rechnet mit einem deutlichen Anstieg des Asylanträge in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Wegen hoher Zugangszahlen aus Syrien, den Westbalkan-Staaten sowie aus Albanien müsse in der zweiten Jahreshälfte etwa mit 175.000 Erstanträgen und 25.000 Folgeanträgen gerechnet werden, heißt es in einem Schreiben des Bundesamtes an die zuständigen Behörden der Länder, das FAZ.NET vorliegt. Das Bundesamt bestätigte die Zahlen. Monatlich müsse mit 12.000 bis 14.000 Erstantragsstellern gerechnet werden. Allein im April seien 15.700 Migranten auf dem Seeweg nach Italien eingereist, es sei bekannt, dass viele von ihnen nach Deutschland weiterwanderten.

          Gravierender Anstieg seit 2013

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Fachleute des Bundesamtes nehmen an, dass sich die Entwicklung in der derzeit prognostizierten Form im Jahr 2015 fortsetzen wird. Die Behörde ist nach dem Asylbewerberleistungsgesetz verpflichtet, die Bundesländer regelmäßig über die Entwicklung der Antragszahlen zu unterrichten. Damit soll sicher gestellt werden, dass sich die zentralen Flüchtlingsaufnahmestellen der Länder sowie die Kommunen, die für die Unterbringung zuständig sind, auf die zu erwartende Situation einstellen können.

          Bis zum April gingen beim Bundesamt 49.780 Asylanträge ein. Das ist ein Anstieg um 64,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013. Damals waren nur 30.259 Asylanträge gestellt worden. Die Mehrzahl der Einwanderer kommt aus Eritrea, Somalia sowie aus dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Krisenstaat Syrien. Das Bundesamt forderte Landesregierungen und Kommunen auf, sich auf die Unterbringung zusätzlicher Asylbewerber vorzubereiten.

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