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Priesterweihe : Verzweifelt

Dass sich katholische Unionspolitiker für die Weihe von in Familien und Beruf bewährten Männern zu Priestern einsetzen, ist ein Akt der Verzweiflung. Denn mit der Zahl der Priester stehen und fallen nicht nur „Strukturen“ der Seelsorge.

          Unter den „heißen Eisen“ in der katholischen Kirche ist die Weihe „bewährter Männer“ zu Priestern nicht das heißeste. Die Forderung, die Pflicht zur Ehelosigkeit aufzuheben, und das Ansinnen, auch Frauen zum Diakonen- oder gar zum Priesteramt zuzulassen, sind ungleich brisanter. Dennoch hat „Rom“ in den fast fünf Jahrzehnten nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil noch jeden Versuch im Keim erstickt, das „Alleinstellungsmerkmal“ Zölibat auch nur im Ansatz zu relativieren – und das mit ausdrücklichem Mandat der Weltbischofssynoden von 1971 und 2005.

          Jenen katholischen Unionspolitikern, die sich nun für die Weihe von in Familie und Beruf bewährten Männern zu Priestern einsetzen, ist das alles wohlbekannt. Dass sie sich dennoch zu Wort melden, ist ein Akt der Verzweiflung. Denn mit der Zahl der Priester stehen und fallen nicht nur „Strukturen“ der Seelsorge. Wenn niemand mehr da ist, der die Sakramente als „Zeichen des Heils“ spendet, dann führt die „Heilsanstalt“ Kirche ihren eigenen Anspruch ad absurdum.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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