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Pränataldiagnostik : Bemerkenswert und hilfreich

Ein sieben Wochen alter Fötus in einer Fruchtblase Bild: dpa

Die evangelische Kirche bereitet mit ihrer Stellungnahme einen fruchtbaren Boden für die Debatte um vorgeburtliche Diagnostik. Damit setzt die EKD auch Maßstäbe für eine Debatte in der Politik.

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          Die jüngste Stellungnahme der EKD zu Fragen der vorgeburtlichen Diagnostik ist ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Dokument. Zum einen kommt es auf dem Weg der Güterabwägung zu dem Schluss, dass es unethisch wäre, ein risikoreicheres Verfahren wie die Fruchtwasseruntersuchung einem risikoärmeren wie der nichtinvasiven Gendiagnostik vorzuziehen. Gleichzeitig dringt die EKD auf die längst überfällige Einbettung der Pränataldiagnostik in ein umfassendes System von Beratungs- und Hilfeleistungen, das dem Schutz des ungeborenen Lebens verpflichtet sein soll.

          Drittens weitet der Text den Blick auf die gesellschaftliche Folgenabschätzung der sich exponentiell steigernden Möglichkeiten genetischer Diagnostik: Nötig ist wohl ein neues Gesetz. Mit diesem Dokument bietet die Kirche dem Bundestag eine in ihrer Breite und Tiefe Maßstäbe setzende argumentative Plattform, auf der im kommenden Jahr die von mehr als hundert Abgeordneten verlangte Orientierungsdebatte geführt werden kann. So löst man den Auftrag ein, Politik nicht zu machen, sondern möglich zu machen.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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