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Sicherheitsrat einig : Portugiese António Guterres soll UN-Generalsekretär werden

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Antonio Manuel de Oliveira Guterres soll offenbar neue Generalsekretär der Vereinten Nationen werden. Bild: dpa

Der UN-Sicherheitsrat hat sich auf den früheren portugiesischen Premierminister António Guterres als neuen UN-Generalsekretär festgelegt.

          Der frühere Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks und ehemalige portugiesische Ministerpräsident António Guterres wird mit großer Wahrscheinlichkeit der nächste Generalsekretär der Vereinten Nationen. In einer Abstimmung am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat erreichte Guterres die meisten Stimmen und auch die der fünf Veto-Mächte, wie Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin in New York sagte.

          Guterres sei der „klare Favorit“, sagte Tschurkin. Die formelle Abstimmung im Rat soll an diesem Donnerstag stattfinden. Bereits in vorigen Probeabstimmungen, bei denen die Stimmzettel der 15 Ratsmitglieder noch nicht nach deren Veto-Recht farblich markiert waren, hatte sich der 67 Jahre alte Portugiese als Favorit durchgesetzt.

          Der 67 Jahre alte Sozialdemokrat Guterres war von 1995 bis 2002 Premierminister in Portugal. Von 2005 bis 2015 bekleidete er das Amt des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge. In seiner Amtszeit stieg die Zahl der Menschen auf der Flucht kontinuierlich an, Ende 2015 waren es mehr als 65 Millionen Männer, Frauen und Kinder.

          Viele Staaten hatte eine Frau für den Posten gefordert

          Guterres trat als Hochkommissar beständig als Mahner auf: Er sagte einen weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen voraus und forderte die Regierungen der reichen Länder auf, mehr Geld für die humanitäre Hilfe zu geben. Der Portugiese gilt als hervorragender Redner, der die UN-Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch fließend beherrscht.

          Guterres soll im Januar 2017 den Topjob bei den Vereinten Nationen übernehmen. Als oberster UN-Beamter leitet der Generalsekretär den Apparat der Weltorganisation und kann Schüsselpositionen besetzten.

          Über eigentliche politische Macht verfügt der Generalsekretär aber nicht, er kann aber durch Appelle die Politiker und die Weltöffentlichkeit aufrütteln. Dabei muss sich vor allen mit den Schwergewichten USA, China und Russland arrangieren.

          Ebenfalls gute Chancen hatten der ehemalige serbische Außenminister Vuk Jeremic sowie der slowakische Außenminister Miroslav Lajcak. Mehrere Stimmen hatten zuvor gefordert, dass erstmals in der UN-Geschichte eine Frau den Spitzenposten besetzen sollte.

          Der Sicherheitsrat will nun der UN-Vollversammlung seine Empfehlung übermitteln. Viele Staaten hatten eine Frau an der UN-Spitze gefordert, Russland setzte sich für einen Kandidaten aus Osteuropa ein. Im Gespräch waren dieses Jahr die stellvertretende Präsidentin der EU-Kommission, die Bulgarin Kristalina Georgiewa, sowie die zuvor von der Regierung in Sofia favorisierte bulgarische Unesco-Chefin Irina Bokowa.

          Nach den ungeschriebenen Verteilungsprinzipien der UN wäre eigentlich ein Kandidat oder eine Kandidatin aus Osteuropa an der Reihe. Der 72 Jahre alte Ban Ki-moon muss nach zwei Amtszeiten und insgesamt zehn Jahren als Generalsekretär abtreten.

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