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Deutscher Journalisten-Verband : Stasi-Vorwürfe gegen Vorstandsmitglieder

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In den Akten der Stasi-Unterlagenbehörde schlummern immer noch neue Erkenntnisse. Bild: Roger Hagmann

Unruhe beim Deutschen Journalisten-Verband: Mehrere Mitglieder in Sachsen-Anhalt sollen vor dem Fall der Mauer für die Staatssicherheit spioniert haben. Auch Bernd Lammel, Berliner Landesvorsitzender, sei als „IM“ geführt worden.

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          Der Berliner Landesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Bernd Lammel, soll einem Bericht zufolge früher in der DDR für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gearbeitet haben. Dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) liegen demnach Unterlagen aus der Stasiunterlagenbehörde vor, die belegen sollen, dass Lammel in den 80er Jahren als Informeller Mitarbeiter tätig war und den Decknamen „IM Michael“ trug. IM Michael, der eindeutig nach den Akten als Bernd Lammel geführt wird, soll für die Hauptabteilung II, Spionageabwehr, des MfS gearbeitet haben. Der Gesamtvorstand des DJV sprach sich für eine Stasi-Überprüfung aller Funktionsträger im Verband aus.

          Lammel bestreite die Vorwürfe, gebe aber zu, regelmäßig Kontakt zum MfS gehabt und auch Informationen gegeben zu haben. Der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Roland Jahn, sagte dem RBB: „Egal, wie genau die Zusammenarbeit mit der Stasi aussah und aus welchen Motiven, von Journalisten und insbesondere von einem Vorsitzenden eines Journalistenverbandes können wir Transparenz erwarten, weil es um die Glaubwürdigkeit von Journalisten geht.“

          Der DJV-Gesamtvorstand erklärte, die Verantwortlichen auf allen Ebenen des Verbands sollten sich an die Stasi-Unterlagenbehörde wenden und Auskunft über möglicherweise vorhandene Akten verlangen. Man lege Wert darauf, das alle DJV-Repräsentanten, auch in Westdeutschland, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Behörde vorweisen könnten.

          Zwei Mitglieder aus Sachsen-Anhalt unter Stasi-Verdacht

          Der Bundesvorsitzende Michael Konken sagte: „Der DJV steht wie kaum eine andere Organisation für die journalistischen Grundwerte Transparenz und Glaubwürdigkeit. Wer Verantwortung im DJV übernimmt, muss diese Grundwerte leben.“ Zwar seien die Stasi-Vorwürfe gegen einzelne Vertreter noch nicht aufgeklärt, aber mögliche Verflechtungen Einzelner mit der DDR-Staatssicherheit schadeten dem Ansehen des gesamten Verbands. Das müsse sich ändern, sagte Konken.

          Am Sonntag hatte Konken Lammel aufgefordert, vorerst sein Amt ruhen zu lassen. Die Vorwürfe müssten lückenlos aufgeklärt werden, erklärte er in Berlin. Bereits vergangene Woche hatte der Bundesvorstand auf eine kritische Aufarbeitung von möglichen Stasi-Fällen gedrungen. Wenn sich herausstellen sollte, dass einzelne Mitglieder ihre Stasi-Vergangenheit verschwiegen haben, seien Konsequenzen unausweichlich, so Konken. Hintergrund waren mehrere Stasi-Fälle im DJV-Landesvorstand Sachsen-Anhalts. Zwei der fünf Mitglieder im Landesvorstand sollen für die Stasi gearbeitet haben. Daraufhin trat der Landesvorstand zurück und soll im Oktober neu gewählt werden.

          Über die Beschuldigungen gegen die Journalisten in Sachsen-Anhalt hatte zunächst die „Bild“-Zeitung berichtet. Demnach hat der Vize-Chef des Landesverbandes zwei Jahre lang als hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gearbeitet und sich anschließend als Inoffizieller Mitarbeiter verpflichten lassen. Auch der Schatzmeister sei inoffizieller Stasi-Mitarbeiter gewesen. Die Zeitung erhob zudem Vorwürfe gegen einen bereits kürzlich zurückgetretenen Beirat. Laut „Bild“ gab auch der Vorsitzende des DJV-Sozialwerks in Thüringen eine Stasi-Verpflichtungserklärung ab.

          Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hatte es geheißen, Bernd Lammel sei auch Mitglied des djv-Bundesvorstandes. Das ist falsch, Herr Lammel ist und war nie Mitglied des Bundesvorstands. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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