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Porträt Kauder : Politischer Schwerarbeiter

  • Aktualisiert am

Mit Kauder soll es für Merkel wieder besser laufen Bild: REUTERS

Daß Volker Kauder zum neuen CDU-Generalsekretär ernannt wurde, ist für viele Parteimitglieder keine Überraschung. Er gilt als enger Vertrauter von Angela Merkel, die ihn nun in höchster Not gerufen hat.

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          Volker Kauder hat im Streit um die Unions-Kanzlerkandidatur vor der Bundestagswahl 2002 noch für den CSU-Vorsitzenden Stoiber plädiert. Und trotzdem ist er danach als parlamentarischer Geschäftsführer zu einem der engsten Vertrauten von Angela Merkel geworden.

          Daß der heute 55 Jahre alte Kauder nun Nachfolger von Laurenz Meyer wird, hat er nicht angestrebt. Mit Meyer verbindet Kauder eine enge politische Freundschaft, die an manchen Abenden immer wieder gefestigt wurde, auch in jüngster Vergangenheit. Nun hat ihn die CDU-Vorsitzende Merkel in höchster Not gerufen.

          Ehrlich und geradlinig

          Dem wollte sich Kauder nicht entziehen. Ehrlich, geradlinig, aber auch mit der notwendigen Härte gegenüber dem politischen Gegner - in der Bundestagsfraktion lief in den letzten zwei Jahren nichts ohne Kauder. Daß ihn Merkel nun zum Generalsekretär macht, ist für die meisten in der Union nur folgerichtig.

          Für Merkel koordinierte Kauder auch das Auftreten der unionsgeführten Bundesländer im Bundesrat - seine bislang schwierigste politische Aufgabe, wie er einmal im kleinen Kreis sagte. Denn die Ministerpräsidenten mögen zwar alle das CDU- oder CSU-Parteibuch haben, sie verstehen sich aber in erster Linie als Landesfürsten.

          Enge Vertraute: Kauder und Teufel

          Die Arbeit als Generalsekretär ist Kauder bestens vertraut. In gleicher Funktion - allerdings auf Landesebene - organisierte Kauder in Baden-Württemberg erfolgreich Wahlkämpfe der Christdemokraten für den Kandidaten Erwin Teufel. Kauder und Teufel sind sehr enge Vertraute. Deshalb hatte Kauder auch angekündigt, sein Amt als Generalsekretär der Südwest-CDU mit dem geplanten Rücktritt von Teufel im April 2005 abzugeben.

          Der Jurist Kauder ist seit 1990 Bundestagsmitglied. Im Bonner Parlament profilierte er sich vor allem im Arbeits- und Sozialausschuß des Bundestages und verfügt über ein breites Fachwissen. Er ist ein politisches Arbeitstier. Wenn sich im Sommer die Parteiführung einige Wochen Auszeit gönnt, tourt Kauder durch seinen Wahlkreis.

          Vorsitzender der „Aktion Psychisch Kranker“

          Sein besonderes Augenmerk gilt der Betreuung und Förderung psychisch Kranker. In Tuttlingen, das zu seinem Bundestagswahlkreis gehört, gründete er einen Förderverein. Zudem war er vier Jahre lang Vorsitzender der Bundesvereinigung „Aktion Psychisch Kranke“.

          Der neue Generalsekretär, der seit fast 30 Jahren mit der Kardiologin Elisabeth Kauder verheiratet ist und schon mit 16 Jahren in die CDU eintrat, stammt aus einer politischen Familie. Sein aus Jugoslawien vertriebener Vater war in Singen Stadt- und Kreisrat. Sein Bruder Siegfried sitzt ebenfalls im Bundestag.

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