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Porträt : Cornelia Pieper oder der große Unterschied

Weiblich, erfolgreich, ostdeutsch: Cornelia Pieper Bild: dpa

Der designierte FDP-Vorsitzende Westerwelle schlägt auf dem FDP-Parteitag im Mai die stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende Pieper als künftige Generalsekretärin vor.

          Neue Generalsekretärin der FDP wird die bisherige stellvertretende Parteivorsitzenden und liberale Spitzenfrau in Sachsen-Anhalt, Cornelia Pieper. Der bisherige Generalsekretär und designierte Parteivorsitzende Guido Westerwelle hat mit ihr eine Person gefunden, die genau jenes Parteispektrum abdeckt, das er offen lässt.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Bei der Bestellung einer geeigneten Nachfolgerin durfte Westerwelle sich nicht selbst duplizieren. Das hat er erfolgreich vermieden: Pieper ist weiblich, ostdeutsch und spricht eher den liberalen Mittelständler an als den Yuppie in der New Economy.

          Genschers Zögling

          Die 41-Jährige wurde in Halle geboren. Die Slavistin trat bereits 1986 der DDR-Blockpartei Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) bei. Nach der Wende engagierte sie sich in der FDP. Der Ehrenvorsitzende der Liberalen, Hans-Dietrich Genscher, entdeckte Pieper beim Wahlkampf in seinem Geburtsort Halle und förderte ihren politischen Werdegang.

          Im wieder gegründeten Land Sachsen-Anhalt baute sie den Landesverband der Jungen Liberalen auf. 1990 zog sie in den Landtag ein und wurde dessen Vizepräsidentin. Zudem war sie stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion in Magdeburg. Seit 1995 führt sie den FDP-Landesverband in Sachsen-Anhalt - ihr Landtagsmandat hatte sie 1994 verloren. Die Liberalen waren bei den Wahlen an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

          Kein Lautsprecher

          1997 wurde Pieper stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP unter Wolfgang Gerhardt. Die Liberalen wollten mit ihr auch ein Signal in Richtung Ostdeutschland setzen, wo die Partei bei Wahlen kein Land sah. 1998 zog Pieper in den Bundestag ein. Dort ist sie stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion. Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit sind die Sozial- und Bildungspolitik.

          Die Funktion der Generalsekretärin wird sich unter dem Vorsitz Westerwelles wohl verändern. War er der Lautsprecher unter dem weniger Medien gewandten Parteivorsitzenden Wolfgang Gerhardt, so soll Pieper wohl vor allem nach innen wirken und die Parteiseele massieren. Das Licht der Scheinwerfer soll auch künftig auf Westerwelle scheinen.

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