Polizeiliche Kriminalstatistik :
Weniger jugendliche Straftäter

Von Eckart Lohse, Berlin
Lesezeit: 2 Min.
Deutschland sei ein Land, „in dem man sicher und ruhig leben kann“, sagte Innenminister de Maizière bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik. Doch die Statistik bietet auch Grund zur Sorge.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich am Mittwoch erfreut darüber gezeigt, dass es weniger jugendliche Straftäter in Deutschland gibt. Die Zahl der Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sei um fünf Prozent auf 190.205 zurückgegangen, sagte de Maizière. Im Jahr 2012 lag die Zahl noch bei mehr als 200.000. Der Bundesinnenminister stellte in Berlin zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2013 vor.

De Maizière wies darauf hin, dass die Zahl der Jugendlichen, die einer Gewalttat verdächtig seien, im vergangenen Jahr noch weiter gesunken sei: um 11,9 Prozent auf 23.868. Im Jahr davor waren noch mehr als 27.000 Tatverdächtige gezählt worden. 2013 wurden mehr als 18.000 Jugendliche registriert, die im Verdacht stehen, gefährliche und schwere Körperverletzung begangen zu haben. Das sind fast 14 Prozent weniger als im Jahr 2012.

Gesamtzahl der Straftaten rückläufig

Die Gesamtzahl der Straftaten ging im Jahr 2013 leicht zurück und blieb bei nicht ganz sechs Millionen. Die Aufklärungsquote liegt wie im Vorjahr bei 54 Prozent. Der Minister bezeichnete Deutschland als ein Land, „in dem man sicher und ruhig leben kann“.

Besorgt äußerte sich de Maizière über die Entwicklung bei der sogenannten Cyberkriminalität, also Straftaten im Zusammenhang mit moderner elektronischer Kommunikations- und Informationstechnik. Allein in den Jahren 2008 bis 2012 kletterte die Zahl von 38.000 auf 64.000 Fälle. Im vergangenen Jahr blieb sie etwa auf diesem Niveau. Als „alarmierend“ bezeichnete der Bundesinnenminister die Entwicklung bei einzelnen Delikten, er nannte die Computersabotage. Einem Anstieg der Taten von 2012 auf 2013 um mehr als 17 Prozent steht nach der Kriminalstatistik eine Aufklärungsquote von nur 25 Prozent gegenüber.

De Maizière beklagte, die Taten könnten nicht zuletzt deswegen oft nicht nachgewiesen werden, weil einheitliche Regelungen für Speicherfristen fehlten. Damit spielte er auf den Streit um die Vorratsdatenspeicherung an.