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Polizeigewerkschaft fordert : „50 Millionen Gebühr für Einsätze beim Fußball“

  • Aktualisiert am

Rings um die Stadien im Einsatz: Die Polizei Bild: Jung, Hannes

Die Fußballvereine sollen mit insgesamt 50 Millionen Euro jährlich zur Kasse gebeten werden, um erhöhte Einsatzkosten abzudecken. Das fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft in der F.A.S.

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          Im Streit über Polizeieinsätze bei Fußballspielen hat der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, eine Pauschale der Vereine in Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro im Jahr gefordert. Mit dieser Gebühr sollen seiner Ansicht nach die erhöhten Einsatzkosten bei Risiko-Begegnungen aufgefangen werden. Wendt unterstützte damit gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Forderung Bremens, den Vereinen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in Rechnung zu stellen. Aus der Pauschale solle auch eine „Einsatzzulage für Bereitschaftspolizisten“ in Höhe von 100 Euro pro Monat finanziert werden.

          Bremen hatte in der vergangenen Woche angekündigt, künftig Gebühren zu verlangen, wenn statt der üblichen hundert bis zweihundert Polizisten bei bestimmten Spielen des Vereins Werder Bremen bis zu tausend Beamte eingesetzt würden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte daraufhin Bremen ein geplantes Länderspiel entzogen. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sagte der F.A.S., er hätte „nicht geglaubt, dass so eine Organisation so unüberlegt reagiert“. Die harte Sanktion gegen das Anliegen Bremens habe „die Lage grundsätzlich gewendet, dank der völligen Überreaktion“.

          Nach Auskunft der Bundespolizei, die mit ihren Hundertschaften einen großen Teil der Bundesliga-Einsätze an den Spielorten und im Reiseverkehr trägt, haben sich die Belastungen in der vergangenen Liga-Saison abermals stark erhöht. So stieg die Zahl der eingesetzten Beamten um 14 Prozent, die Zahl der Einsatzstunden um elf Prozent auf 780.000. Nach der bislang nicht veröffentlichten Statistik stieg abermals auch die Zahl der Straftaten bei Fußballspielen, wenngleich nur leicht. Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dieter Romann, sagte der F.A.S., in der dritten Liga müssten schon aktuell „an jedem Wochenende bis zu 2000 Einsatzkräfte zusätzlich rausgeschickt werden“.

          Romann forderte ein schärferes Vorgehen gegen potentielle Gewalttäter: „Sinnvoll wäre aus meiner Sicht, wenn die zuständigen Ordnungsbehörden der Länder stärker mit Meldeauflagen für notorische Fußball-Störer und -straftäter operieren würden. Wenn diese sich insbesondere bei Auswärtsspielen ihrer Mannschaft zum Zeitpunkt des Anpfiffs auf ihrer örtlichen Polizeiwache melden müssten, wären sie an der ‚dritten Halbzeit‘ sicherlich nicht beteiligt. In den Niederlanden hat man mit diesem Vorgehen die Zahl der Gewalttätigkeiten im Bereich Fußball stark reduziert.“

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