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Anti-Terror-Einsatz : Attentäter von Polizei eingekesselt

  • Aktualisiert am

Spezialkräfte der französischen Polizei auf einem Dach in der Nähe der Druckerei, in dem sich die Attentäter verschanzt haben. Bild: Reuters

Die beiden mutmaßlichen Attentäter von Paris haben sich in einer Druckerei nahe des Charles-de-Gaulle-Flughafens verschanzt. Fachleute der Polizei versuchen, mit ihnen zu verhandeln. Eine Verbindung zu einer zweiten Geiselnahme in Paris scheint sich zu bestätigen.

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          Nach dem Terroranschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ halten zwei Geiselnahmen und Schießereien Frankreich in Atem.

          Die beiden mutmaßlichen „Charlie-Hebdo“-Attentäter verschanzen sich in einer Druckerei etwa 50 Kilometer nordöstlich von Paris und haben mindestens eine Geisel in ihrer Gewalt. Zuvor hatte es an einer Straßensperre eine Schießerei mit der Polizei gegeben.

          Während die Polizei die beiden Islamisten belagerte, gab es eine weitere Schießerei und Geiselnahme in einem Laden für koschere Lebensmittel im Osten von Paris. Mindestens zwei Menschen sollen dabei getötet worden sein. Es wird vermutet, dass der Täter, der im Süden von Paris eine Polizistin erschossen hatte, der bewaffnete Mann in diesem Geschäft ist. Er soll fünf Menschen als Geiseln genommen haben. Unter den Geiseln sind auch Kinder. Mindestens ein Mensch ist verletzt.

          Nach Informationen französischer Medien gibt es einen Zusammenhang zu dem Terroranschlag auf „Charlie Hebdo“: Die Polizei gehe davon aus, dass die zwei Brüder , die vermutlich die Redaktion überfallen und zwölf Menschen getötet hatten, den anderen Schützen und Geiselnehmer kennen. Das berichtete die Zeitschrift „Le Point“. Sie alle seien aus einer Gruppe von Pariser Dschihadisten.

          Dammartin-en-Goële : Geiselnahme durch Attentäter von Paris

          Die französische Polizei versucht zur Stunde, mit den in einer Druckerei verschanzten mutmaßlichen „Charlie-Hebdo“-Attentätern Kontakt aufzunehmen. „Priorität ist es, einen Dialog herzustellen“, sagte ein Sprecher des Pariser Innenministeriums am Montagmittag.

          Polizei und Anti-Terror-Einheiten haben die Druckerei umstellt, Hubschrauber kreisen über dem Gelände. Mehrere Schulen in der Stadt werden derzeit evakuiert, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Etwa 200 Kindergarten- und Schulkinder würden zur Sporthalle der Stadt gebracht, wo sie von ihren Eltern abgeholt werden könnten.

          Die französischen Behörden bestätigten, dass es vor der Geiselnahme an einer Straßensperre in der Nähe von Paris eine Schießerei mit den Attentätern gegeben hat. Bei dem Schusswechsel habe es aber keine Verletzten gegeben, sagte ein Sprecher des Pariser Innenministeriums dem Radiosender France Inter. Die Terroristen seien auf dem Weg nach Paris gewesen. Nach der Schießerei seien die islamistischen Terroristen in das Industriegebiet des Orts Dammartin-en-Goële gefahren und hätten sich dort verschanzt. Der Ort liegt ungefähr 50 Kilometer nordöstlich von Paris.

          Die Krankenhäuser von Meaux und Marne-La-Vallée sind vorsichtshalber in Alarmbereitschaft versetzt worden, um mögliche Opfer aufnehmen zu können. Die beiden Städte liegen südöstlich von Dammartin-en-Goele.

          Bild: dpa

          Der französische Präsident François Hollande verließ umgehend die Krisensitzung seines Kabinetts in Paris und begab sich in sein Büro, wo er die Ereignisse zusammen mit Innenminister Cazeneuve und Justizministerin Taubira verfolgte. Der Innenminister bestätigte kurz darauf, dass es eine „Operation“ von Eliteeinheiten gebe. Er sagte, es sei „ohne Zweifel nötig, neue Maßnahmen zu ergreifen, um der Gewalt der Terroristen zu begegnen:  „Wir sind in einem Krieg gegen den Terrorismus“, so Valls.

          Hollande betonte, dass jetzt alles zum Schutz der Franzosen getan werden müsse. Die nach dem Attentat mit zwölf Toten erhöhte Sicherheitsstufe im Großraum Paris und in Teilen Nordfrankreichs diene auch dazu, beruhigend zu wirken, sagte Hollande am Freitag im Innenministerium von Paris. Terrordrohungen gegen Einrichtungen im Land seien nicht neu, fügte Hollande an. „Wir wussten, dass jederzeit etwas geschehen konnte“. In der vergangenen Monaten seien mehrere Attentatspläne durchkreuzt worden.

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