Lernort Auschwitz : Der schwierige Weg zur Geschichte

Wie kann man das Unfassbare vermitteln? Die Herausforderungen werden größer.
Als das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurde, war nicht absehbar, dass Auschwitz einmal zum Synonym für NS-Verbrechen und Schoa werden würde. Auch hat sicher niemand damit gerechnet, dass sich dort im Laufe von sieben Jahrzehnten ein Gedenk- und Lernort von internationaler Bedeutung entwickeln würde, den mittlerweile etwa zwei Millionen Menschen jährlich besuchen, darunter nicht zuletzt Jugendliche. Während die einen, wie zuletzt Yasmina Reza in ihrem Roman „Serge“, diesen „Gedenktourismus“ inzwischen als „absurdes Theater“ beschreiben, verbinden andere mit dem Besuch von Auschwitz hohe Erwartungen. Gerade bildungspolitische Stellungnahmen erwecken manchmal den Eindruck, schulische Gedenkstättenfahrten seien ein absolut verlässliches Mittel zur Immunisierung gegen Populismus, völkischen Nationalismus und Antisemitismus.





