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David Camerons Memoiren : Das (un)vermeidbare Referendum

„For the record“ heißen David Camerons Memoiren. Bild: EPA

Unter David Cameron fand 2016 das schicksalhafte EU-Referendum statt. In seinen Memoiren „For the Record“ übt der ehemalige Premierminister nun Selbstkritik und beurteilt die Rolle Boris Johnsons im Ringen um den Brexit.

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          David Cameron, schrieb ein Rezensent nicht ganz zu Unrecht, sei schon immer ein offenes Buch gewesen, weshalb man wenig Neues aus seinen Memoiren erfahren könne. Dass „For the Record“ dennoch zu einem Medienereignis in London werden konnte, liegt vor allem an zwei Umständen. Erstens hatte Cameron seit seinem Rücktritt am Tag nach dem EU-Referendum eisern geschwiegen. Zweitens wird im Vereinigten Königreich alles zu einem Ereignis, was Munition im Stellungskrieg der beiden politischen Lager abwirft.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Schon die „Times“, die sich den Vorabdruck gesichert hatte, kämmte die 752 Seiten nach den Stellen durch, in denen sich der Autor über seinen alten Freund und Rivalen Boris Johnson ausließ, inzwischen sein Nachnachfolger in der Downing Street. Recht ausführlich beschreibt Cameron, wie er sich vor der Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft vergeblich bemühte, Johnson auf seine Seite zu ziehen; selbst auf dem Tennisplatz versuchte er es.

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