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Berlin : Roter Faden

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Bild: dpa

Manche interessante Details aus der Geschichte von KPD und SED finden sich in Frank Schumanns Stadtführer über den Ostteil Berlins, geschönt durch ideologische Erinnerungslücken.

          Ein Stadtführer besonderer Art, beschränkt auf jenen Ostteil, der während der „zwei Berlins“ angeblich „durchgängig deutsche Hauptstadt“ blieb. Laut Vorbemerkung befasst sich Frank Schumann „mit dem linken, mit dem roten Berlin“ der vergangenen 170 Jahre, pro Seite eine Sehenswürdigkeit oder Verlustmeldung, gegliedert in „Politische Orte vor 1933“, „Antifaschistische Orte“, „Politische Orte 1945 bis 1989“, „Abgerissene DDR-Bauwerke“, „Denkmale und Anlagen“ und „Kunst am Bau“. Manche interessante Details aus der Geschichte von KPD und SED finden sich hier, geschönt durch ideologische Erinnerungslücken. So wird einem nach 1990 entfernten „Denkmal für den 1962 ermordeten DDR-Grenzer Reinhold Huhn“ nachgetrauert, jedoch mit keinem Wort der vielen Toten an der Mauer gedacht. Zudem fehlen Querverweise, etwa beim Ministerium für Bauwesen in der Breiten Straße, vor dessen Abriss ein Großwandbild von Walter Womacka „gerettet“ wurde. Der Leser erfährt erst 30 Seiten später, dass es nun ein Haus in der Friedrichsgracht ziert. Womacka hatte auch vier Wandgemälde im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR geschaffen; diese sollten vor dem „Rückbau“ aus dem Beton „gefräst werden, was der Künstler ablehnte. Es gebe keine sozialistische deutsche Außenpolitik mehr, also brauche man auch nicht mehr diese Wandbilder.“ Ungemein konsequent!

          Frank Schumann (Herausgeber): Das Rote Berlin. Ein Stadtführer. Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2015. 96 S., 9,99 €.

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