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Pisa-Bildungsvergleich : In Lesen, Mathe und Motivation mittelmäßig

  • Aktualisiert am

Mathe 3: Deutsche Schüler bei Pisa Bild: ASSOCIATED PRESS

Nach weiteren Ergebnissen der Pisa-Studie sind die deutschen Schüler in Lesen und Mathematik nur mittelmäßig. Vielleicht liegt das Resultat aber auch daran, dass es in anderen Ländern nicht nur Stifte mit dem Aufdruck „Pisa“, sondern Geld oder schulfrei als Leistungsanreiz gab.

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          Bei der Pisa-Studie haben nach Informationen des „Spiegels“ mehrere Staaten teilnehmende Schüler mit Geld oder sonstigen Anreizen angespornt. So hätten etwa amerikanische Schüler im vergangenen Jahr bis zu 50 Dollar pro Person für das Ausfüllen der Pisa-Fragebögen bekommen, berichtete das Magazin am Samstag vorab unter Berufung auf ein internes Papier des deutschen Pisa-Konsortiums.

          Das Konsortium habe Bedenken gegenüber einem solchen Vorgehen und befürchte, dass die Ergebnisse nicht mehr repräsentativ sein könnten. Das Pisa-Konsortium war für eine Bestätigung nicht zu erreichen. Laut „Spiegel“ bekamen Schüler in den Niederlanden 10-Euro-Gutscheine fürs Mitmachen, in Großbritannien Geld, wenn bestimmte Teilnehmerquoten erreicht wurden, und in Slowenien einen Tag schulfrei.

          Verschiebung zur Bestleistung denkbar

          Die Wissenschaftler des nationalen Pisa-Konsortiums, das für den Ablauf der Tests in Deutschland verantwortlich ist, äußerten in ihrer Analyse „Bedenken hinsichtlich der gewissenhaften Einhaltung der Pisa-Standards“, schreibt das Magazin. Die Zahlung von Geld für die Testteilnahme „könnte gegebenenfalls die Repräsentativität der Stichprobe verzerren“, zitiert der „Spiegel“ aus dem internen Papier. Schüler, die auf Grund „materieller Anreize“ bei Pisa mitmachten, könnten „in ihrer Eigenschaft als Test-Teilnehmer systematisch abweichen“ von denen anderer Länder.

          Pisa sagt: Deutsche auch im Lesen mittelmäßig

          „Denkbar ist, dass eine Verschiebung von der durchschnittlichen Leistung“ zur „Bestleistung erfolgt“, heiße es in dem Papier mit dem Titel „Bewertende Stellungnahme zu den Maßnahmen zur Steigerung der Rücklaufquoten“, schreibt der „Spiegel“. In Deutschland wurden demnach nur Stifte mit dem Aufdruck Pisa als Souvenirs an die Schüler verteilt.

          Finnland und Südkorea liegen vorne

          Trotz der guten Leistungen in den Naturwissenschaften sind die 15-Jährigen in Deutschland in Lesen und Mathe weiterhin nur mittelmäßig. Das berichtet die „Stuttgarter Zeitung“ unter Berufung auf die Zusammenfassung der deutschen Pisa-Ergebnisse. Das nationale Pisa-Konsortium sehe die Schulen aber auf einem guten Weg, auch wegen leichter Besserungen bei der Chancengleichheit.

          Laut „Stuttgarter Zeitung“ belegen bei Pisa 2006 unter den 30 OECD-Staaten die Schüler in Deutschland bei Lesen und Mathe den 14. Platz. Südkorea, Finnland und Kanada lägen im Lesen mit weitem Abstand vorne, in Mathematik führten Finnland und Südkorea sowie die Niederlande. Das Ranking aller 57 Pisa-Teilnehmerstaaten werde aber geheim gehalten und fehle in der offiziellen Zusammenfassung des Konsortiums. Betrachte man auf internationaler Ebene, was sich seit Pisa 2000 getan habe, „dann fällt Deutschland positiv auf“, während andere Staaten sich deutlich verschlechtert hätten.

          Migrantenkinder hinken hinterher

          Der Leiter des deutschen Pisa-Konsortiums, Manfred Prenzel, sehe die Ergebnisse insgesamt sehr positiv, schreibt die Zeitung. Neben dem besseren Abschneiden in den Naturwissenschaften gebe es vor allem „nachweisbare Verbesserungen“ bei der sozialen Gerechtigkeit. Zwar sei der Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Elternhaus nach wie vor zu stark, aber die Befunde zeigten eine Lockerung.

          Kinder mit Migrationshintergrund hinken ihren Altersgenossen dem Bericht zufolge noch immer weit hinterher. Dabei stelle Pisa 2006 erhebliche Leistungsunterschiede zwischen den Gruppen fest: Migrantenkinder der zweiten Generation sind demnach schwächer als die der ersten Generation.

          Zweifel an Erfolg der Reformen

          Bundesbildungsministerin Annette Schavan warnte vor nachlassendem Reformwillen und Kleinstaaterei. Die Pisa-Ergebnisse in den Naturwissenschaften seien ermutigend, das solle aber nicht dazu „verführen, den Reformeifer einzustellen“, sagte sie der „Wirtschaftswoche“. Die für die Schulpolitik verantwortlichen Bundesländer ermahnte Schavan zu einer besseren Abstimmung: „Wettbewerb zwischen den Ländern ist grundsätzlich gut, aber es fehlen noch Spielregeln zwischen den Ländern.“

          Der Bildungsökonom Ludger Wößmann vom Ifo-Institut bezweifelte, dass die besseren Ergebnisse in der Iglu-Studie tatsächlich auf Schulreformen zurückzuführen sind. Iglu zeige, dass der Pisa-Schock „vor allem bei den Eltern angekommen ist“, sagte er. So weise die Studie nach, dass Eltern ihre Kinder heute viel stärker beim Lesen förderten als früher.

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