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: "PID nur bei Lebensunfähigkeit erlauben"

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nawo. FRankfurT, 28. Januar. Die Bundestagsabgeordneten René Röspel (SPD), Priska Hinz (Die Grünen) und Patrick Meinhardt (FDP) haben am Freitag in Berlin einen Gesetzentwurf für eine eng begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik ...

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          nawo. FRankfurT, 28. Januar. Die Bundestagsabgeordneten René Röspel (SPD), Priska Hinz (Die Grünen) und Patrick Meinhardt (FDP) haben am Freitag in Berlin einen Gesetzentwurf für eine eng begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) vorgestellt, den die Gruppe zusammen mit Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) ins Parlament einbringen wird.

          Demnach soll die PID zwar grundsätzlich verboten, aber in Ausnahmefällen erlaubt werden: Paare mit genetischer Vorbelastung, wonach Schwangerschaften in der Regel mit einer Fehl- oder Totgeburt oder dem Tod des Kindes innerhalb des ersten Lebensjahres enden, sollen demnach die Diagnostik anwenden dürfen. Der Entwurf sieht damit enger begrenzte Ausnahmefälle vor als der Entwurf der fraktionsübergreifenden Gruppe um den CDU-Politiker Peter Hintze und die FDP-Abgeordnete Ulrike Flach. Diese wollen die PID bereits dann zulassen, wenn ein Risiko für eine schwerwiegende genetische Erkrankung besteht. Beide Entwürfe sehen die Einrichtung einer Ethikkommission vor, die darüber entscheidet, ob die Voraussetzungen für eine PID erfüllt sind.

          Priska Hinz sagte dieser Zeitung, es gehe bei dem Entwurf ihrer Gruppe darum, die Geburt lebensfähiger Kinder zu ermöglichen: "Wir möchten nicht bestimmen müssen, wann bestimmte Krankheitsbilder unter das Adjektiv ,schwerwiegend' einzuordnen sind, und haben uns deshalb für einen anderen Ansatz entschieden." An dem Entwurf der Gruppe um Hintze und Flach kritisierte sie unter anderem, dass laut diesem allein ein hohes Alter der Mutter ausreichend sei, um ein Risiko zu begründen. Der von ihrer Gruppe vorgestellte Gesetzentwurf entspräche den derzeitigen ethischen Richtlinien: "Der ,Hintze/Flach-Entwurf' lässt auch die Feststellung spätmanifestierender Krankheiten zu, die erst im Erwachsenenalter auftreten. Dabei ist das für die Untersuchung des Embryos im Mutterleib nach dem Gendiagnostikgesetz verboten." Ob der Entwurf eine Mehrheit im Bundestag erhält, sei noch nicht klar. "Ich stelle fest, dass es ganz viele Abgeordnete gibt, die immer noch in der Orientierungsphase sind." (Kommentar Seite 10.)

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