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Inhaftierter Menschenrechtler : Termin für Prozess gegen Peter Steudtner festgelegt

  • Aktualisiert am

In Berlin nehmen die Menschen Anteil am Schicksal Steudtners. Bild: dpa

Dem deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner, der in der Türkei in Haft sitzt, soll ab dem 25. Oktober der Prozess in Ankara gemacht werden. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

          Gut drei Monate nach ihrer Festnahme wegen Terrovordachts werden der Deutsche Peter Steudtner und andere Menschenrechtler in der Türkei vor Gericht gestellt. „Das Hauptverfahren fängt am 25. Oktober um 10 Uhr an“, sagte Steudtners Anwalt Murat Boduroglu am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Gericht in Istanbul habe die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft akzeptiert. Boduroglu nannte die Anklageschrift „rechtswidrig und nicht sorgfältig vorbereitet“. Bereits nach ihrem Bekanntwerden hatte der Anwalt gesagt: „Sie liest sich wie ein schlechter Roman.“ Steudtner, sein schwedischer Kollege Ali Gharavi und acht weitere Menschenrechtler waren am 5. Juli bei einem Menschenrechtsseminar auf der Istanbul vorgelagerten Insel Büyükada festgenommen worden. In die Anklageschrift wurde überraschend auch ein weiterer Beschuldigter aufgenommen: Der Vorsitzende von Amnesty International in der Türkei, Taner Kilic.

          Den insgesamt elf Beschuldigten – von denen acht in U-Haft sitzen – wird Mitgliedschaft in einer „bewaffneten Terrororganisation“ beziehungsweise Terrorunterstützung vorgeworfen. Steudtner drohen nach Angaben seines Anwalts bis zu zehn Jahre Haft.

          Die Bundesregierung fordert die Freilassung Steudtners und mindestens elf weiterer Bundesbürger, die aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert sind. Steudtner sitzt im Gefängnis in Silivri westlich von Istanbul in U-Haft. Der Menschenrechtler hatte keine Verbindungen zur Türkei und wollte nach dem Seminar nach Berlin zurückkehren, wo er mit seiner Familie lebt.

          Die Anwälte von Steudtner und Gharavi hatten nach Bekanntwerden der Anklageschrift angekündigt, bei Gericht zu beantragen, dass kein Hauptverfahren eröffnet wird und dass ihre Mandanten freigelassen werden. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gesagt, dass er sich für eine Beschleunigung des Verfahrens gegen Steudtner einsetzen werde.

          Wegen des Falls Steudtner hatte die Bundesregierung im Juli ihre Türkei-Politik neu ausgerichtet und den Kurs gegenüber Ankara deutlich verschärft.

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