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Pegida : Hetze und Randale

Wie lange will sich Sachsen diesen Zirkus noch gefallen lassen? Jeden Montag Randale in Leipzig, Dresden und bald auch anderswo? Höchste Zeit, dass die „Eliten“ gegensteuern.

          Wie lange will sich Sachsen diesen Zirkus noch gefallen lassen? Jeden Montag Randale in Leipzig, Dresden und bald auch anderswo? Jeden Montag Aufruf zu Gewalt, Hetze gegen Ausländer und dumme Pegida-Sprüche von Frau Festerling?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          „Wenn die Mehrheit noch klar bei Verstand wäre, dann würde sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln“, sagte die Dame in Leipzig und hatte damit zumindest für Hooligans das Startzeichen gegeben, eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen. Ihr Werk ähnelt sehr dem der Dumpfheimer am anderen Ende des politischen Spektrums, deren Zerstörungswut viel zu lange von denjenigen verharmlost worden ist, die sich über „national befreite Zonen“ empören.

          Eine alte Lehre wird dadurch bestätigt: Extremisten schaukeln sich gegenseitig hoch, sie provozieren und inspirieren einander, ziehen damit immer weitere Kreise, weil sie die Mitte zerreißen. Aufgabe der Politik, der Justiz und der Polizei wäre es, dass es gar nicht erst dazu kommt. Leipzig, Dresden und Sachsen sind davon weit entfernt.

          Und Deutschland? Die AfD, im Unterschied zu Rechtspopulisten in West- und Nordeuropa, radikalisiert sich weiter und würzt ihre Agitation mit brauner Festerling-Soße. Das bietet den von ihr verunglimpften „Eliten“ eigentlich die Gelegenheit, ihre Professionalität unter Beweis zu stellen. Die sollten diese Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Sonst müssen sich die Vordenker und Fußvölker der Extremisten über ihre Zukunft in Deutschland keine Sorgen machen.

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