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Werbung für jüdisch-christlichen Dialog : „Impuls für eine neue Nähe“

  • Aktualisiert am

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Bild: dpa

Zum Programm des ersten Tages gehörte für Benedikt XVI. auch eine Begegnung mit Vertretern des Judentums. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, wertete das Gespräch nachher als „Impuls für eine neue Nähe“.

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          Papst Benedikt XVI. und Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, haben für einen intensiven Dialog zwischen Christentum und Judentum geworben. Jener Dialog habe sich bereits vertieft, so der Papst bei seinem Treffen mit Vertretern der Jüdischen Gemeinschaft. Er sprach sich laut Redemanuskript aber auch dafür aus, dass die Christen sich immer mehr ihrer inneren Verwandtschaft mit dem Judentum klar werden müssten.

          Der Dialog über die christliche und die jüdische Weise der Auslegung der Heiligen Schrift solle die gemeinsame Hoffnung auf Gott in einer zunehmend säkularen Gesellschaft stärken. Ähnlich äußerte sich auch Graumann: „In einer Welt, in der, jedenfalls in Europa, die Kraft des Glaubens leider schwächer und bisweilen weniger populär zu werden scheint, haben wir um so mehr an gemeinsamen Zielen und gemeinsamen Interessen und noch so viel mehr, was uns eint und auch für immer einen muss.“ Er wünsche sich einen respektvollen Umgang miteinander und einen Dialog auf Augenhöhe.

          „Es hat das Vertrauen gestärkt“

          Nach dem Treffen zeigte sich Graumann mehr als zufrieden. „Es war eine sehr positive Zusammenkunft und ein Impuls für eine neue Nähe“, sagte er auf Anfrage. „Es hat das Vertrauen gestärkt.“ Er verlasse Berlin mit einem „sehr guten Gefühl“.

          In seiner Rede hatte Graumann auch einige Punkte angesprochen, „die uns wirklich weh tun“: die Piusbrüder, die für Fanatismus, Fundamentalismus, Rassismus und Antisemitismus stünden, die Neufassung der Karfreitagsfürbitte für die Juden (in der für die Erleuchtung der Juden gebetet wird, damit sie Christus als Heiland erkennen) und die in Aussicht genommene Seligsprechung von Papst Pius XII., die den Juden weiteren Schmerz und Enttäuschung verursachen würde. „Das gesagt, bleibt freilich ganz sicher: Der Kurs von Versöhnung zwischen Judentum und Vatikan, den wir in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, ist uns allen so wichtig und so wertvoll.“

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