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Deutschland-Besuch : Papst Benedikt XVI. will Missbrauchsopfer treffen

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Papst Benedikt XVI. Mitte August in seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo Bild: dapd

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wird Papst Benedikt XVI. mit Opfern sexueller Gewalt in der Kirche zusammentreffen. Im offiziellen Besuchsprogramm seiner Deutschland-Reise ist die Begegnung nicht aufgeführt.

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          Papst Benedikt XVI. wird während seines bevorstehenden Besuches in Deutschland in dieser Woche auch mit Opfern sexueller Gewalt in der Kirche zusammentreffen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Über Ort und Zeit des Zusammentreffens wird im Vatikan wie in den Reihen der Deutschen Bischofskonferenz Stillschweigen bewahrt. Art und Zielsetzung einer solchen Begegnung vertrügen es nicht, dass dieses Ereignis in das Licht der Öffentlichkeit gezerrt werde, heißt es im Vatikan zur Begründung.

          Wie bei früheren Reisen des Papstes ist die Begegnung im offiziellen Besuchsprogramm nicht aufgeführt. Bei den Treffen sollen neben Opfern auch Personen dabei sein, die sich des Leids der Missbrauchsopfer besonders angenommen haben. So war es auch bei früheren Treffen des Papstes, etwa in Großbritannien, der Fall gewesen. Die Begegnung solle eine „Geste des direkten Hörens“ gegenüber den Menschen sein, denen die Kirche Schaden zugefügt hat, aber auch ein Zeichen, dass die Kirche sich ihrer Verantwortung stelle, heißt es im Vatikan.

          SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, die aktive Katholikin ist, äußerte gegenüber der F.A.S. die Erwartung, dass Benedikt XVI. sich zu den Missbrauchsfällen, die die katholische Kirche in Deutschland aufzuarbeiten habe, äußern werde. „Das ist ganz wichtig für die Opfer“, sagte Nahles. Das Thema habe die gesamte Gesellschaft und die katholische Kirche aufgewühlt. Wo der Papst sich dazu äußere, „ist für mich in diesem Fall zweitrangig“, sagte die SPD-Politikerin.

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