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Der Papst in Erfurt : Erst der Dom, dann die Ökumene

  • -Aktualisiert am

Ankunft vor dem Dom in Erfurt Bild: dapd

Benedikt der XVI. ist in Erfurt eingetroffen. Der Besuch des evangelischen Augustinerklosters wird das wohl interessanteste und wichtigste Kapitel seines Aufenthalts. Doch zunächst erweist der Papst dem katholischen Zentrum der Stadt seine Ehre.

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          Wer mit der Straßenbahn vom Erfurter Flughafen ins Stadtzentrum zum Anger fährt, kreuzt auch die Melanchthon- und die Lutherstraße. Die beiden Reformatoren lassen grüßen - der Besuch des Augustinerklosters wird das wohl interessanteste und wichtigste Kapitel des Aufenthalts Benedikts XVI. in der Stadt werden, gefüllt mit vielen Erwartungen.

          „Ich finde es gut, dass der Papst das evangelische Kloster besucht“, sagte eine evangelische Erfurterin - und hofft gleichzeitig, dass der Nachfolger Benedikts XVI. der Ökumene gegenüber noch aufgeschlossener sei. Der stellvertretende Vorsitzende der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz Heinz Josef Algermissen bezeichnet es gar als „kleine Sensation“, dass der Papst das Augustinerkloster besucht, jene Stätte, in der Martin Luther als Mönch lebte, bevor er zum Reformator wurde. (Siehe auch: Bischof Algermissen: „Ökumene ist für den Papst kein Spiel“)

          Doch zunächst erweist der Papst dem katholischen Zentrum der Stadt seine Ehre - dem Dom St. Marien. Die Geschichte des Bistums geht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Still ist es in den Altstadtstraßen, die für den Verkehr gesperrt worden. Auf dem Domplatz ist schon alles vorbereitet für den morgigen Gottesdienst mit dem Papst. Still verharrt er drinnen zum Gebet vor dem Altar. Was ihm wohl durch den Kopf geht? Der gestrige erste Tag seines Besuchs, die Hoffnungen, die an seinen heutigen in Erfurt und später in der Wallfahrtskirche Etzelsbach geknüpft werden?

          Still verharrt der Papst zum Gebet vor dem Altar
          Still verharrt der Papst zum Gebet vor dem Altar : Bild: dapd

          Sein Gang durch den Dom führt ihn auch zum Grab des 1981 verstorbenen Erfurter Bischofs Hugo Aufderbeck im Kreuzgang des Doms. Aufderbeck gilt als ein Vordenker der Seelsorge in der frühen DDR und als engagierter Bischof. Mit ihm verbinden sich aber auch persönliche Erinnerungen des Papstes. Joseph Ratzinger und Hugo Aufderbeck kannten sich aus den Zeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils, an dem Aufderbeck als Bischof und Ratzinger als Theologe teilgenommen hatten. Noch ein Termin für die Fotografen am Hauptportal des Doms - und dann geht ins Augustinerkloster - einem der mit Spannung erwarteten Höhepunkte dieses zweiten Tags der Reise Benedikts durch Deutschland.

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