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Bischof Algermissen über den Papstbesuch : „Ökumene ist für den Papst kein Spiel“

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Der Fuldaer Bischof Heinz Joser Algermissen Bild: dpa

Der Ökumene-Bischof Heinz Josef Algermissen spricht über seine Erwartungen an das heutige Treffen des Papstes mit Repräsentanten der Evangelischen Kirche: Er hoffe auf ein „Zeichen positiver Emotion“, sagte er der F.A.Z.

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          Der stellvertretende Vorsitzende der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, erwartet sich von dem heute in Erfurt anstehenden Treffen des Papstes mit Vertretern der Evangelischen Kirche ein „Zeichen positiver Emotion“. Das sagte er heute in Berlin vor dem Flug nach Erfurt. Das ökumenische Treffen ist für heute Mittag im Erfurter Augustinerkloster geplant, jener Stätte, an der einst Martin Luther gelebt hat, bevor er zum Reformator wurde. „Ökumene ist zu 80 Prozent Emotion“, sagte Algermissen.

          Das habe er in den 42 Jahren, in denen er sich diesem Feld widme, gelernt. Dass der Papst sich mit den Vertretern der evangelischen Kirche gerade im Augustinerkloster treffe, sei eine „kleine Sensation“, das noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen sei. Algermissen hob hervor, dass es gerade der Papst gewesen sei, der sich für ein vergleichsweise lang andauerndes Treffen ausgesprochen habe. Benedikt XVI. setze damit ein Zeichen, dass er nicht nur über Ökumene spreche, sondern sie auch praktiziere. „Ökumene ist für ihn kein Spiel.“

          Gleichwohl werde man in Erfurt heute keine großen Wunder erleben, etwa die volle Rehabilitierung Luthers oder die Wiederherstellung der Abendmahlsgemeinschaft. „Wir werden noch einen langen Weg vor uns haben“, sagte der Bischof und verwies auf notwendige theologische Diskussionen, etwa über das unterschiedliche Kirchenbild von Katholiken und Protestanten. Eine Abendmahlsgemeinschaft könne nur die Konsequenz einer Kircheneinheit sein, nicht ein Vehikel, um sie zu erreichen, hob Algermissen hervor. Insgesamt aber sei die Kirche auf „Gedeih und Verderb“ auf die Ökumene angewiesen, fügte er hinzu, gerade angesichts einer Gesellschaft, die zunehmend atheistischer werde.

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